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Wildtiere im Siedlungsraum

In ganz Europa erobern Wildtiere den Siedlungsraum. Längst geht es nicht mehr um altbekannte Untermieter menschlicher Behausungen und Gärten wie Steinmarder, Igel und Fledermäuse; die Liste der „Stadttiere“ wird stetig länger. 2010 bis 2020 beschäftigte sich die Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement der Universität Freiburg mit dem Thema Wildtiere im Siedlungsraum.

Begegnung von Fuchs und Katze auf Terrasse © Eva Martin

Im Garten Zuhause © Frank Dyllick-Brenzinger

Wozu Wildtiermanagement im Siedlungsraum?

In ganz Europa erobern Wildtiere den Siedlungsraum. Längst geht es nicht mehr um altbekannte Untermieter menschlicher Behausungen und Gärten wie Steinmarder, Igel und Fledermäuse; die Liste der „Stadttiere“ wird stetig länger.

Mensch-Wildtier-Konflikte im urbanen Raum nehmen zu, gleichzeitig können Wildtiere vor der eigenen Haustüre Menschen für die Natur begeistern. Die Thematik beschäftigt Kreise und Kommunen in ganz Baden-Württemberg, die in der Vergangenheit wenig darauf vorbereitet waren, insbesondere Konflikte mit Wildtieren im Siedlungsraum zu lösen.

In der Vergangenheit fehlte es an klaren Zuständigkeiten und gut ausgebildetem Fachpersonal, wie die Studie der Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement der Universität Freiburg durch das Forschungsprojekt "Wildtiere im Siedlungsraum Baden-Württembergs" zeigte. Im Zuge dieser Erkenntnis wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst (u.a. Wildtierbeauftragte, Stadtjäger) und ein Handbuch zum Umgang mit Wildtieren in Siedlungsräumen entwickelt.

 

Graureiher und Mensch / Ulrich vor dem Esche

Graureiher und Mensch © Ulrich vor dem Esche

Ziel

Im Rahmen des Projektes wurde eine Wissensbasis für das Wildtiermanagement im Siedlungsraum in Baden-Württemberg geschaffen, Informationsangebote und Beteiligungsmöglichkeiten für die Bevölkerung entwickelt und Handlungsempfehlungen für Kreise und Kommunen erstellt.

Methodik

Im Rahmen des Projektes wurden vor allem sozialwissenschaftliche Methoden angewendet. Unter anderem wurde eine Bevölkerungsbefragung durchgeführt, mehrere Exeprtenworkshops mit Akteuren des urbane Wildtiermanagements veranstaltet (z.B. Personen aus den Bereichen Tierschutz, Jagd, Naturschutz, Polizei, und öffentlicher Verwaltung), sowie Leitfaden-gestützte Interviews durchgeführt. Die Daten wurden sowohl qualitativ als auch quantitativ ausgewertet.

Handbuch für Kreise und Kommunen

Die Ergebnisse des langjährigen Forschungsprojektes wurden gezielt in einem Handbuch für die Praxis zusammengefasst. "Wildtiermanagement im Siedlungsraum - Ein Handbuch für Kreise und Kommunen in Baden-Württemberg" steht als PDF zum Download bereit.

Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Uni Freiburg

© Universität Freiburg - Wildtierökologie

Informationsangebot für Bürgerinnen und Bürger

Umfangreiche Information zum Thema Wildtiere im Siedlungsraum sind für interessierte Bürger und Bürgerinnen auf der Seite Wildtiere in der Stadt hinterlegt.

 

Weiterhin wurde die Meldeplattform Wilde Nachbarn Baden-Württemberg (www.bw.wildenachbarn.de) entwickelt. Die Plattform, die seit Februar 2018 online ist, entstand in Kooperation mit dem Züricher Verein StadtNatur, der für die Wartung und Weiterentwicklung des Web-Portals sorgt. Mit „Wilde Nachbarn Baden-Württemberg“ wird die Idee der „citizen science“ aufgegriffen und Bürgern die Möglichkeit gegeben, Wildtierbeobachtungen über eine Internetplattform zu melden und zentral zu speichern. Ende 2018 wurde das Angebot um die „Wildtiere-App“ für mobile Endgeräte erweitert, um Bürgern die Meldung von Wildtierbeobachtungen zu erleichtern.

Umfangreiche Informationen zu Wildtieren in der Stadt