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FAQ

Auf unserer FAQ-Seite beantworten wir häufig gestellte Fragen.

Allgemeines

Wie erreiche ich das Wildtierportal?

Das Wildtierportal ist über die Internetadresse www.wildtierportal-bw.de zu erreichen.  Es muss nichts auf Ihrem PC installiert werden.
Die APP kann in den gängigen APP-Stores heruntergeladen werden.

Wie kann ich mein Passwort zurücksetzen?

Ihr Passwort können Sie über die "Passwort-Vergessen" Funktion zurücksetzen. Sie erhalten im Anschluss eine Mail an Ihre hinterlegte E-Mail-Adresse. Im Anschluss vergeben Sie ein neues Passwort.

Wer ist der Ansprechpartner?

Ihr direkter Kontakt zum Benutzerservice:

Telefon: +49 (0)211 9595 86 700

E-Mail: support@wildtierportal.de

Wann ist das Wildtierportal vollständig?

Das Wildtierportal wird nach der Veröffentlichung 2020 stetig um neue Fachverfahren erweitert. Es wird in unterschiedlichen Bereichen fortlaufend weiterentwickelt, ergänzt und aktualisiert.

Wie ist das Projekt finanziert?

Das Projekt wird über verschiedene Mittel finanziert. 
Zum Beispiel stehen Haushaltsmittel im Zusammenhang mit der Implementierung der Aufgaben nach dem JWMG (Wildtierportal, Wildtierbericht, Nachsuchegespanne etc.), Mittel zur Vorsorge und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP), Mittel aus der Digitalisierungsoffensive digtal@bw und durch die Jagdabgabe zur Verfügung.

Wildtiere in der Stadt

Nimmt die Anzahl der Wildtiere im Siedlungsraum zu?

Da keine Vorher-Nachher-Zahlen vorliegen, kann man hierzu nur Vermutungen anstellen. Sicher ist, dass sich das Spektrum der Wildtierarten, die Städte und Dörfer besiedeln, vergrößert. In Baden-Württemberg breitet sich der Waschbär vor allem im Nordosten des Bundeslandes aus und ist hier zunehmend im Siedlungsbereich anzutreffen. Im Rahmen einer Befragung unter Personen in Baden-Württemberg, die Anfragen zu Wildtieren im Siedlungsraum aus der Bevölkerung entgegennehmen, stellte man fest, dass die Anfragen aus der Bevölkerung zu diesem Thema in den letzten zwanzig Jahren zugenommen haben. Man kann also nicht genau sagen, ob es mehr Wildtiere geworden sind - fest steht jedoch, dass die Aufmerksamkeit in der Bevölkerung zu diesem Thema gestiegen ist und zunehmend Unterstützung benötigt wird.

Wieso werden hier keine weiteren Arten behandelt, die im Siedlungsbereich auftreten, wie etwa Singvögel oder Maulwürfe?

Die Liste der im Siedlungsbereich vorkommenden Wildtiere ist lang und wird stetig länger. Wir stellen Ihnen hier vor allem die Arten vor, die im Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) aufgeführt sind und mit denen das nachbarschaftliche Zusammenleben zu Mensch-Wildtier-Konflikten führen kann. Die Website wird sukzessive weiterentwickelt. Falls Sie Informationen zu weiteren Arten wünschen, zögern Sie nicht, uns dies über unser Kontaktformular mitzuteilen.

Wenn ein Fuchs mir gegenüber keine Scheu zeigt, hat er dann Tollwut?

Deutschland wurde im Jahr 2008 als tollwutfrei erklärt. In den letzten Jahren wurde immer häufiger von Füchsen berichtet, die ihre natürliche Scheu verloren hatten. Solche Beobachtungen wurden auch in der Großstadt Zürich gemacht. So kam es schon vor, dass Füchse in Wohnungen hinein gelaufen sind, sich durch lautes Rufen nicht aus dem Garten haben vertreiben lassen. Es handelte sich dabei um Füchse, die sich sehr stark an den Menschen gewöhnt haben und weniger Scheu sind. Gerade die Fütterung von Füchsen ist problematisch, da Füchse auf diese Weise schnell halbzahm gemacht werden können. Daher ist das Füttern von Füchsen nicht sinnvoll und sollte unterlassen werden.

Eine Gefahr von Tollwut besteht also nicht. Trotzdem sollte auf zu große Nähe zwischen Mensch und Tier verzichtet werden, da Füchse auch andere Krankheiten übertragen können. Für Ihr Wohl und das des Wildtieres denken Sie daran: Nicht füttern und nicht zähmen!

Kann ich das Obst und Gemüse aus meinem Garten noch essen, wenn ein Fuchs regelmäßig durch meinen Garten streift?

Prinzipiell besteht die Möglichkeit, sich durch den Verzehr verunreinigter Nahrung mit dem Kleinen Fuchsbandwurm zu infizieren. Die Gefahr einer Ansteckung wird jedoch als gering eingestuft. Sie können ihre Gartenfrüchte weiterhin essen, sollten es aber immer gründlich waschen. Bei abgekochten Nahrungsmitteln besteht keine Infektionsgefahr, da die Fuchsbandwurmeier hierdurch sicher abgetötet werden. Das Einfrieren von Lebensmitteln in der Gefreiertruhe tötet die Fuchsbandwurmeier allerding nicht ab. Wichtig ist regelmäßige Hygiene (z.B. Händewaschen nach der Gartenarbeit) und das regelmäßige Enturmen des Hundes.

Was mache ich, wenn ich ein verletztes Wildtier finde?

Zuerst einmal sollte das Tier aus sicherer Entfernung beobachtet werden. Nicht immer braucht ein Tier die Hilfe des Menschen und durch Ihre Nähe wird das Wildtier weiter verunsichert. Sind Sie sich jedoch sicher, dass das Tier verletzt oder krank ist, kontaktieren Sie bitte die Jagdbehörde, die Naturschutzbehördeoder die Veterinärbehörde. Schildern Sie die Situation und lassen sich fachgerecht über das weitere Vorgehen beraten. Lassen Sie Profis darüber entscheiden, ob das Wildtier behandelt, gepflegt und später wieder in die Freiheit entlassen werden kann oder ob es von seinem Leiden erlöst werden sollte. Im besten Falle ist das Wildtier nicht hilfsbedürftig. Bei Haustieren wenden Sie sich bitte an den lokalen Tierschutzverein.

Bitte handeln Sie nicht selbstständig. Die Bergung eines kranken oder verletzten Wildtieres sollte durch Fachpersonal erfolgen, damit Sie sich nicht verletzen oder infizieren und um dem Tier so wenig Leid und Stress wie möglich zuzufügen. Bitte nehmen Sie das Tier nicht einfach mit. Grundsätzlich ist die Entnahme von Wildtieren aus der Natur nach Naturschutz- und Jagdrecht verboten und nur in Ausnahmen erlaubt.

Im Falle eines Wildunfalls mit dem Auto kontaktieren Sie bitte die Polizei.

Was mache ich, wenn ich ein verlassenes Jungtier finde?

In diesem Fall gilt prinzipiell das Gleiche, wie wenn Sie ein verletztes Wildtier finden. Auch hier müssen Sie sich an die Vorgaben der Jagd- und Naturschutzgesetze  halten. Finden Sie ein allein sitzendes Jungtier, sollten Sie dieses eine Zeit lang beobachten, um sicherzustellen, dass es wirklich verlassen ist. Besonders Rehkitze und junge Feldhasen hocken die meiste Zeit regungslos an den Boden gedrückt im Gras und werden von der Mutter länger allein gelassen. Feldhasenmütter kommen nur zweimal am Tag zum Säugen vorbei. Junge Vögel verlassen ihr Nest oft, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist und werden von den Eltern außerhalb des Nestes weitergefüttert.

Wenn Sie dennoch vermuten, dass es sich um ein verwaistes Jungtier handelt, kontaktieren Sie bitte die Jagdbehörde, die Naturschutzbehörde oder die Veterinärbehörde. Schildern Sie die Situation und lassen sich fachgerecht über das weitere Vorgehen beraten. Bitte handeln Sie nicht selbstständig. Bitte nehmen Sie das Tier nicht einfach mit. Grundsätzlich ist die Entnahme von Wildtieren aus der Sicht des Naturschutz- und Jagdrechts verboten und nur in Ausnahmen erlaubt.

Kann man ein Wildtier im Garten fangen und woanders wieder aussetzen?

Grundsätzlich dürfen Wildtiere nicht ohne Weiteres gefangen werden. Für Arten, die dem Jagdrecht unterliegen, können Sie bei der Unteren Jagdbehörde eine Bejagung mit der Falle beantragen und bei entsprechender Qualifikation entweder selber durchführen oder einen Jäger dafür beauftragen. In diesem Falle werden die Tiere in der Regel erlegt und nicht an anderer Stelle wieder ausgesetzt. Wird das Wildtier an eine andere Stelle umgesiedelt, wandert es entweder zurück oder muss sich gegen Konkurrenten am neuen Ort durchsetzen. Studien zeigen, dass solche Umsiedelungen mit sehr starkem Stress für das Wildtier verbunden sind. Aus Tierschutzgründen ist dies in der Regel nicht vertretbar.

Soll man Wildtiere im Siedlungsraum füttern?

Bitte nicht. Durch eine Zufütterung wird das ohnehin reiche Nahrungsangebot im Siedlungsraum noch zusätzlich verbessert. Dies begünstigt eine unkontrollierte Vermehrung der Tiere und damit nehmen auch Probleme im Zusammenleben mit dem Menschen zu. Durch die Fütterung werden viele Tiere halbzahm, verlieren ihre Scheu und ihr natürliches Distanzverhalten. Sie können dreist und teilweise auch aggressiv auftreten und verwüsten Parkanlagen und Grünflächen. Außerdem steigt mit einer zunehmenden Wilddichte in Städten die Gefahr von Wildunfällen. Nicht zuletzt kann das angebotene Futter auch dem Tier schaden und Stoffwechselerkrankungen sowie Organschäden nach sich ziehen. Wildtiere sollten im Siedlungsraum somit nicht gefüttert werden! Weiterhin sollten Fleischprodukte, Milcherzeugnisse, Eier, Brot und andere hochwertige Nahrungsmittel nicht auf dem Kompost entsorgt werden. Mülltonnen sollten sicher verschlossen sein und das Katzenfutter nachts nicht auf der Terasse stehen gelassen werden.

Was mache ich, wenn ich einen Greifvogel oder eine Eule finde?

Sollten Sie selbst einmal einen jungen Greifvogel oder eine Eule finden, der nicht vor Ihnen flüchtet, so lassen Sie ihn bitte vor Ort. Er ist in der Regel nicht hilfsbedürftig. Greifvögel und Eulen durchlaufen eine Phase, in der sie um den Horst von Ast zu Ast hüpfen (man nennt die Vögel in dieser Phase auch Ästlinge) und das Fliegen üben. Fallen sie dabei zu Boden (z.B. nach einem Sturm oder Gewitter) sind sie keineswegs ganz hilflos und können durchaus wieder nach oben fliegen. Sie werden zudem von den Eltern weiter versorgt. In dieser Phase ist die Angst vor Menschen noch nicht besonders ausgeprägt. Sie würden ihm keinen Gefallen tun, wenn Sie ihn von seiner Familie entfernen.

Sind Sie dennoch der Meinung, dass dem Vogel am Fundort Gefahr droht, er krank oder verletzt aussieht, kontaktieren Sie bitte die Naturschutzbehörde oder einen Fachmann oder eine Auffangstation. Sie können ebenfalls Kontakt mit dem Deutschen Falkenorden http://baden-wuerttemberg.d-f-o.de/ und der Greifvogelhilfe aufnehmen oder sich an einen Falkner in Ihrer Nähe wenden. Viele Falkner nehmen kurzfristig solche Pflegefälle auf, wenn sie auch nicht über die Kapazitäten der Auffangstationen verfügen. An Adressen kommen Sie über die Seite http://baden-wuerttemberg.d-f-o.de/

Wie beobachte ich Wildtiere richtig?

Wer Wildtiere beobachten oder fotografieren möchte, braucht etwas Geduld. Manche Tierarten wie Fuchs, Steinmarder oder Igel sind vor allem in der Dämmerung und frühen Dunkelheit unterwegs, während man Singvögel am besten in den frühen Morgenstunden beobachten kann.

Wildtiere sollten möglichst aus der Entfernung beobachtet werden, um sie nicht zu stören und Stress zu vermeiden. Auf keinen Fall darf man sie fangen, streicheln, verletzen, füttern oder anlocken. Zudem sollte man darauf achten, auf für den Menschen vorgesehenen Wegen zu bleiben und nicht kreuz und quer durch die Natur zu laufen. 

An wen kann ich mich bei Problemen und Fragen wenden?

Hier finden Sie die Kontaktdaten des für Ihren Landkreis zuständigen Wildtierbeauftragten.

In Baden-Württemberg sind die Wildtierbeauftragten die zentralen Ansprechpersonen rund um das Thema Wildtiere auf Stadt- und Landkreisebene.

Jagd im befriedeten Bezirk

Wer ist jagdausübungsberechtigte Person im befriedeten Bezirk, wenn dieser zum Jagdrevier gehört?

Jagdausübungsberechtigte Person ist der Revierpächter, die angestellte oder beauftragte Person einer Jagdgenossenschaft oder der Eigenjagdbesitzer des Jagdreviers, zu dem der befriedete Bezirk gehört, soweit für diese Grundflächen keine Stadtjägerin oder kein Stadtjäger nach § 13a JWMG eingesetzt wurde.

Verweis auf § 13a und § 13 Abs. 5 JWMG

Wer ist jagdausübungsberechtigte Person im befriedeten Bezirk, wenn dieser nicht einem Jagdrevier zugeordnet/mitverpachtet ist?

Grundsätzlich sind alle Flächen einem Jagdbezirk zugeordnet und müssten gemäß den Bestimmungen des § 17 JWMG auch einem den Erfordernissen der Jagdpflege entsprechenden Revier zugeordnet sein.

Sofern befriedete Bezirke – aus welchen Gründen auch immer – dennoch nicht einem Jagdrevier zugeordnet sind, ist die angestellte oder beauftragte Person der Jagdgenossenschaft oder der Eigenjagdbesitzer, zu dessen Jagdbezirk diese befriedeten Bezirke gehören, jagdausübungsberechtigt (§ 16 Abs. 1 JWMG; § 3 Abs. 4 JWMG), soweit für diese Grundflächen keine Stadtjägerin oder kein Stadtjäger nach § 13a JWMG eingesetzt wurde.

Wer ist jagdausübungsberechtigte Person im befriedeten Bezirk in Bezug auf § 13 Abs. 4 JWMG?

§ 13 Abs. 4 JWMG regelt nicht das Jagdausübungsrecht von Flächen, auf denen die Jagd ruht. Vielmehr eröffnet diese Regelung den Eigentümern oder Nutzungsberechtigten von Grundflächen, auf denen die Jagd ruht (z.B. befriedeter Bezirk), eine Möglichkeit, mit Genehmigung der unteren Jagdbehörde die Jagd auf bestimmte Wildtiere für eine bestimmte Zeit auszuüben.

Verweis zum Jagdausübungsrecht siehe Frage/Antwort

"Wer ist jagdausübungsberechtigte Person im befriedeten Bezirk, wenn dieser zum Jagdrevier gehört?"

"Wer ist jagdausübungsberechtigte Person im befriedeten Bezirk, wenn dieser nicht einem Jagdrevier zugeordnet/mitverpachtet ist?"

Wer darf im befriedeten Bezirk (Flächen, auf denen die Jagd ruht) kranke oder schwer verletzte Wildtiere erlegen?

Generell gilt, dass die zur Jagdausübung auf bestimmten Grundflächen befugten Personen verpflichtet sind, Wildtieren Schmerzen und Leiden zu ersparen, die über das unvermeidbare Maß hinausgehen (§ 38 Abs. 1 JWMG). In vielen Fällen bedeutet dies, dass die Wildtiere schnellstmöglich zu erlegen sind.

§ 13 Abs. 6 JWMG stellt ausdrücklich klar, dass die zur Jagd auf bestimmten Grundflächen befugten Personen (Jagdausübungsberechtigte, Jagderlaubnisinhaber) diesen Auftrag auch auf Flächen, auf denen die Jagd ruht, wahrnehmen dürfen.

Ebenso dürfen Stadtjäger im Rahmen ihrer Einsetzung und ihrer Beauftragung im befriedeten Bezirk die Jagd ausüben.

Darüber hinaus darf zur Gefahrenabwehr die Polizei oder eine von der Polizei beauftragte Person das verletzte Wildtier erlegen.

Wie ist in § 13 Abs. 5 JWMG das Betreten von Grundstücken zur Jagdausübung geregelt? Ist hier eine gesonderte Genehmigung der Grundstückseigentümer erforderlich?

§ 13 Abs. 5 eröffnet der unteren Jagdbehörde die Möglichkeit, nicht nur den Grundeigentümern und Nutzungsberechtigten sowie deren Beauftragten, sondern auch den Jagdausübungsberechtigten oder deren Beauftragten die Jagd auf Flächen, auf denen diese ruht, zu genehmigen.

Das Einverständnis des Grundeigentümers wird benötigt, wenn Hausgärten, Hofräume und Gebäude, die zum Aufenthalt von Menschen dienen, oder Gebäude, die mit solchen Gebäuden räumlich zusammenhängen, betreten werden sollen (§ 13 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 JWMG).

Müssen bei der Jagdausübung in befriedeten Bezirken (§ 13 JWMG) zusätzliche waffenrechtliche Bestimmungen (z.B. Schießerlaubnis) beachtet werden?

Nein, für eine befugte Jagdausübung ist keine gesonderte waffenrechtliche Erlaubnis erforderlich.

Wenn ich als Hausbesitzer einen Jäger damit beauftragen möchte, einen Steinmarder auf meinem Grundstück/in meinem Gebäude mit der Falle zu bejagen, kann ich da den Jäger selbst auswählen, oder muss es der Jäger sein, zu dessen Jagdrevier mein Grundstück gehört?

Der Hausbesitzer muss nicht den Jäger oder die Jägerin, in dessen Jagdrevier das Grundstück liegt, mit dem Fang beauftragen. In vielen Fällen wird es aber zweckmäßig sein, zunächst den Kontakt zum „zuständigen“ Jäger zu suchen, soweit keine Stadtjägerin oder kein Stadtjäger gemäß § 13a JWMG eingesetzt ist.

Das Gesetz bietet hier verschiedene Möglichkeiten, wer beauftragt werden kann:

A: Jagdausübungsberechtigte Person – § 13 Abs. 4 oder Abs. 5 JWMG

B: Stadtjäger – § 13a JWMG

C: Grundeigentümer oder von diesen beauftragte Jägerinnen, Jäger oder Wildtierschützer – § 13 Abs. 4 JWMG

Wenn ein Wildtier im befriedeten Bezirk mit der Lebendfalle gefangen wird, darf es dann in ein Jagdrevier verbracht werden?

Die Person, der die Jagd durch die untere Jagdbehörde genehmigt wurde (siehe hierzu Frage/Antwort "Wenn ich als Hausbesitzer einen Jäger damit beauftragen möchte, einen Steinmarder auf meinem Grundstück/in meinem Gebäude mit der Falle zu bejagen, kann ich da den Jäger selbst auswählen, oder muss es der Jäger sein, zu dessen Jagdrevier mein Grundstück gehört? "), darf die nach § 13 Abs. 4 JWMG gefangenen Wildtiere im Jagdbezirk der jeweiligen Gemeinde oder mit Zustimmung der jagdausübungsberechtigten Person in einem anderen Jagdbezirk freilassen, sofern es sich nicht um Neozoen handelt (§ 37 Abs. 2 JWMG).

Die weiterführende Frage, ob Wildtiere, die keine Neozoen sind, erlegt werden sollten, stellt stets eine Einzelfallentscheidung unter Abwägung der tatsächlichen Gegebenheiten dar.

Welche Gebäude zählen nicht zum befriedeten Bezirk nach § 13 Abs. 1 JWMG?

Unmittelbar durch Gesetz gemäß § 13 Abs. 2 JWMG befriedet sind Gebäude, die zum Aufenthalt von Menschen dienen, und Gebäude, die mit solchen Gebäuden räumlich zusammenhängen. Hierzu zählen Wohngebäude und beispielsweise auch Gebäude von Unternehmen und Betrieben innerhalb des Siedlungsraums.

Nicht befriedet können demzufolge beispielsweise einzeln im Offenland liegende Getreidelager, Silos oder Unterstände für Vieh sein.

Wer genau sind die „Nutzungsberechtigten“ nach § 13 Abs. 4 JWMG? Mieter? Benötigen diese die Genehmigung des Grundstücks-/Gebäudeeigentümers, um eine Bejagung zu beantragen?

Nutzungsberechtigter ist grundsätzlich die Person, die das Grundstück aufgrund eines dinglichen Rechts (z.B. Nießbrauch) oder eines vertraglichen Rechts (z.B. Miete oder Pacht) nutzen darf. In der Regel ist die Person auch Nutzungsberechtigter im Sinne des § 13 Abs. 4 JWMG. Jedoch ist bei vertraglichen Regelungen im Einzelfall darauf abzustellen, wie weit das Nutzungsrecht reicht, z.B. im Falle der Mitbenutzung eines Gartens durch mehrere Mieter.

Wie ist ein beliebiger Jäger versichert, wenn er nach polizeilicher Anordnung ein Wildtier im befriedeten Bezirk erlegt?

Wird ein Jäger außerhalb seines Reviers auf Bitten der Polizei tätig und entsteht dabei ein Schaden, gelten hierfür die allgemeinen Regeln zu Amtshaftungsansprüchen gegen die Behörde (§ 839 BGB in Verbindung mit Art. 34 GG)

Darf die Feuerwehr verletzte Wildtiere aus dem befriedeten Bezirk zum Jagdausübungsberechtigten transportieren, damit dieser das Wildtier erlegen kann?

Im Rahmen ihrer Zuständigkeit als Ortspolizeibehörde kann eine Gemeinde auch die Feuerwehr beauftragen, ein Wildtier zu fangen, zu transportieren und ggf. auch zu töten. Dies setzt aber voraus, dass die Umstände eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellen, die es gemäß polizeirechtlichen Bestimmungen abzuwenden gilt (z.B. schwer kranke Tiere, die sich im öffentlichen Raum aufhalten, Wildschweine in Gebäuden, Tiere mit Zoonoserisiko etc.).

Bei Tieren, die einem besonderen Schutz oder strengen Schutz unterliegen, sind naturschutzrechtliche und ggf. artenschutzrechtliche Bestimmungen zu beachten (BNatSchG).

Hinweis:

Im Rahmen ihrer Zuständigkeit als Ortspolizeibehörde kann eine Gemeinde auch andere geeignete Personen bestimmen, z.B. Tierärzte oder Gemeindemitarbeiter mit Jagdschein.

Ein Wildtier ist im befriedeten Bezirk schwer verletzt. Kann ein zufällig greifbarer, sozusagen ein beliebiger Jagdscheininhaber über das JWMG oder über das Tierschutzgesetz zum Erlösen des Wildtieres verpflichtet werden?

Sowohl das JWMG als auch das Tierschutzgesetz liefern keine Grundlage, einen zufällig greifbaren Jagdscheininhaber zu verpflichten.

Ein zufällig greifbarer Jagdscheininhaber kann lediglich im Rahmen anderer Rechtsgrundlagen zum Handeln ermächtigt werden, z.B. über das Polizeigesetz (PolG).

Darf eine zur Jagdausübung befugte Person ein schwer verletztes Tier, ein Wildtier, das nicht dem JWMG unterliegt, töten?

Nein, die Tötung von Tieren, die nicht dem Jagdrecht unterliegen, erfolgt ausschließlich nach den Vorschriften des Naturschutz- und des Tierschutzrechts. Die Vorschrift des § 38 JWMG findet weder unmittelbar noch analog Anwendung. Die zur Jagdausübung befugten Personen sind daher weder verpflichtet noch berechtigt, schwer kranke Tiere, die nicht dem Jagdrecht unterliegen, zu töten.

Wie hat die Tötung von verletzt aufgefundenen Wildtieren stattzufinden? Was ist die beste fachliche Praxis?

Allgemein sind bei der Tötung von verletzt aufgefundenen Tieren die tierschutzrechtlichen Bestimmungen zu beachten. Demnach dürfen verletzt aufgefundene Wildtiere mit jagdlichen Mitteln von Stadtjägern, Jägerinnen und Jägern erlegt werden. Generell haben Jägerinnen und Jäger im Rahmen ihrer Ausbildung das nötige Fachwissen hierzu erworben.

Die Tötung gemäß den tierschutzrechtlichen Bestimmungen durch einen Tierarzt oder eine sonstige qualifizierte Person ist ebenfalls möglich.

Wenn ein Wildtier im befriedeten Bezirk mit der Lebendfalle gefangen wird, wie ist das Tier dann vor Ort zu erlegen?

In jedem Fall sind die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes und des Jagdrechts zu
beachten. Zulässig ist daher nur das Erlegen im Rahmen der Jagd (jagdliche Mittel)
oder das Töten nach den Bestimmungen des Tierschutzrechts (vorherige Betäubung,
qualifizierte Personen etc.).

Hausbewohner oder Grundbesitzer von Flächen, auf denen die Jagd ruht, fühlen sich durch die Anwesenheit von Füchsen oder Dachsen gestört. Dürfen die Wildtiere entnommen werden?

Das bloße Gefühl der Betroffenen stellt allein keinen vernünftigen Grund für eine Entnahme dar. Soweit von den Wildtieren keine weiteren Beeinträchtigungen oder Gefahren ausgehen, sind die Wildtiere zu verschonen.

Wer ist zuständig, wenn sich ein kranker Fuchs (z.B. Räude, Staupe) oder ein Fuchs mit abnormalem Verhalten im befriedeten Bezirk aufhält, z.B. in einer Wohnsiedlung oder in einem Hausgarten?

Soweit für diese Grundflächen keine Stadtjägerin oder kein Stadtjäger nach § 13a JWMG eingesetzt wurde, gilt gemäß § 13 Abs. 6 JWMG, dass die lokale jagdausübungsberechtigte Person im Falle eines schwer verletzten oder schwer erkrankten Tieres zuständig ist. Der Fuchs darf im befriedeten Bezirk bejagt werden.

Ist die Person aus irgendeinem Grund nicht in der Lage, ihrer Verpflichtung nachzukommen, kann nach Polizeirecht oder anderen einschlägigen Gesetzen eine fachkundige Person verpflichtet werden.

Darf ein Fuchs im befriedeten Bezirk in der Schonzeit lebend gefangen und an anderer Stelle wieder freigelassen werden?

Bereits der Lebendfang von Wildtieren ist Jagdausübung und fällt unter jagdrechtliche Bestimmungen. Dies bedeutet, dass für die Jagd im befriedeten Bezirk eine Genehmigung erforderlich ist und für den genannten Fall triftige Gründe (z.B. Gefahr für die öffentliche Sicherheit) vorliegen müssen. Soweit von diesem Fuchs keine weiteren Beeinträchtigungen oder Gefahren ausgehen, ist der Fang zu untersagen.

In der Schonzeit ist zusätzlich eine Genehmigung der unteren Jagdbehörde erforderlich (§ 41 Abs. 6 JWMG). Die gesetzlichen Bestimmungen des Elterntierschutzes sind bei einer Genehmigung zu beachten (§ 41 Abs. 3 JWMG).

Darf ein Dachstuhl während der Zeit der Jungenaufzucht (z.B. Steinmarder, Waschbär) verschlossen werden?

Sofern mit dem Verschließen des Dachstuhls den Elterntieren vorsätzlich der Zugang zu den Jungen verwehrt wird und die Jungen dadurch verhungern, stellt dies nach § 17 Nr. 2 b des Tierschutzgesetzes eine Straftat dar.

Sofern ein Mardergeheck eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt, beispielsweise wenn die Marder die Datenleitungen eines Krankenhauses verbeißen, können Maßnahmen ergriffen werden. Dabei sollte der Tierschutz soweit als möglich beachtet werden (Wahl des mildesten Mittels).

Denkbar ist in begründeten Fällen auch, dass mit behördlicher Genehmigung zunächst die Jungtiere gefangen bzw. bejagt werden, und erst wenn sichergestellt ist, dass sich im Geheck keine Jungtiere mehr befinden (z.B. per Fotofalle), kann der Dachstuhl verschlossen oder können auch die Elterntiere gefangen werden.

Darf ein „störender“ Dachs- oder Fuchsbau im Hausgarten zerstört werden?

Die Zuflucht-, Nist-, Brut- und Aufzuchtstätten von Wildtieren sind im Grundsatz durch die Bestimmungen des JWMG geschützt (§§ 2 Nr. 6, 5 Abs. 4, 51 Abs. 1 JWMG).

Sofern ein Bau von Wildtieren bewohnt ist, darf dieser nicht zerstört werden. Allenfalls nachdem die Tiere unter Beachtung der jagdrechtlichen bzw. tierschutzrechtlichen Bestimmungen erlegt oder gefangen und an einem anderen Ort freigelassen wurden und der Bau daher unbewohnt ist, darf dieser für Wildtiere unbewohnbar gemacht werden. Es gilt, die Wiederbesiedlung des Baues zu verhindern, bzw. es sind entsprechende präventive Vorkehrungen zu treffen.

Durch die Anlage eines Dachsbaus ist die Statik von Gebäuden, Bahntrassen oder Straßen zunehmend beeinträchtigt. Unter welchen Voraussetzungen darf der Dachsbau entfernt werden?

Zur Abwehr von Gefahren für Leib, Leben und erheblicher Sachwerte können im Einzelfall bestimmte Maßnahmen zugelassen werden. In der Abwägung sind sowohl jagdrechtliche als auch tierschutzrechtliche Aspekte zu beachten.

Erster Ansprechpartner in solchen Fällen ist die untere Jagdbehörde.

Verweis: siehe hierzu auch Frage/Antwort "Darf ein „störender“ Dachs- oder Fuchsbau im Hausgarten zerstört werden?"

Datenschutz

Wo stehen die Server?

Die Server befinden sich in Europa und unterliegen somit den europäischen Datenschutzrichtlinien.

Wer kann die Daten meines Jagdreviers einsehen?

Streckendaten dürfen nur die zum Revier zugeordneten Personen wie Jagdausübungsberechtigte (Pächter bzw. Eigenjagdbesitzer) und Jagderlaubnisinhaber (Begehungsschein) einsehen.
Die Behörden können nur aggregierte Daten der Streckenmeldung und die Streckenlisten sehen.
Bei Wildunfälllen, Fallwild, Untersuchungen zu Wildkrankheiten und bedenklichen Merkmalen werden die entsprechenden Daten (auch Geokoordinaten) an die Behörden (UJBen, Polizei, Veterinäre) automatisch weitergeleitet.
Für die Öffentlichkeit werden im Wildtierportal nur aggregierte Daten veröffentlicht, sodass keine Rückschlüsse auf das jeweilige Jagdrevier oder personenbezogene Daten in die Öffentlichkeit gelangen. Ein Beispiel sind Karten mit Verbreitungsgebieten von Tieren oder Jagdstrecken, wie sie im Wildtierbericht zu sehen sind. Dies ist zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten der Nutzer und bei seltenen und sensiblen Tierarten zur Vermeidung von Störungen durch die Bevölkerung ebenso wichtig.

Was kann ein Nutzer aus einem benachbarten Jagdrevier von meinem Jagdrevier sehen?

Von Dritten können keine Daten in einem "fremden" Revier eingesehen werden.

Revierverwaltung

Wie kann ich mein Jagdrevier finden und wie kann ich mir dieses zuordnen bzw. die Rolle des Revieradmins einnehmen?

Gehen Sie in den Interen Bereich und wählen Sie in der Revierverwaltung ihr Jagdrevier aus der Reveriste aus. Die Jagdreviere werden mit dem Reviernamen und der zuständigen Gemeinde aufgeführt.

Haben Sie ihr Revier gefunden und ausgewählt, muss die untere Jagdbehörde die Zuweisung bestätigen, bevor Sie das Jagdrevier verwenden können.

Was ist ein Revieradmin?

Der Revieradmin ist eine Person, die sich um die Mitgliederverwaltung eines oder auch mehrerer Jagdreviere kümmert.

Diese Person taucht auch als Verantwortlicher des Jagdrevieres bei den Veterinärbehörden auf.

Es muss nicht zwingend der Jagdausübungsberechtigte sein, sondern kann auch eine von ihm beauftragte Person sein, die aber von der unteren Jagdbehörde aus Gründen des Datenschutzes für das entsprechende Jagdrevier freigeschalten werden muss. Für diesen Fall hat die untere Jagdbehörde ein Formular vorliegen. Über den Benutzerservice können Sie dies ebenfalls erfragen. Bitte senden Sie es ausgefüllt an Ihre Kreis-uJB.

Hier finden Sie das Formular für Pächter, hier für Eigenjagdbesitzer. Bitte beachten Sie, dass bei Pächtergemeinschaften alle Pächter mit dem Übertrag einverstanden sein müssen.

Was ist der Grund, warum ich mein Revier sehen, aber mir nicht zuordnen kann?

Wenn Sie Ihr Jagdrevier in der Liste sehen, aber dieses nicht zuordnen können, ist das Jagdrevier bereits einem anderen Revieradmin, der ebenso als Jäger in diesem Jagdrevier tätig ist, zugeordnet worden.

Sollte es bei der Zuordnung des Revieradmins Probleme oder Fragen geben, wenden SIe sich bitte an die zuständige untere Jagdbehörde.

Was mache ich, wenn mein Jagdrevier nicht im Wildtierportal zu finden ist?

Ist Ihr Jagdrevier noch nicht im Wildtierportal enthalten, geben Sie bitte bei Ihrer zuständigen unteren Jagdbehörde Bescheid.

Was ist der Unterschied zwischen Jagdbezirk und Jagdrevier?

Grundsätzlich sind diese beiden Begriffe im JWMG beschrieben.

Der Jagdbezirk wird auf Basis von Besitzverhältnissen gebildet und wird flurstücksscharf abgegrenzt. Jagdbezirke werden im Jagdkataster abgebildet. Funktionen zum Jagdkataster werden in einem weiteren Projektschritt des Wildtierportals entwickelt und werden in einer Folgeversion zur Verfügung stehen.

Das Jagdrevier ist sozusagen die wirtschaftliche Einheit und muss nicht flurstücksscharf abgegrenzt sein. Oft werden natürliche Grenzen, welche gut sichtbar sind, als Jagdreviergrenzen angenommen. Diese Begrenzungen finden sich oft in Pachtverträgen wieder. Die Außengrenzen der Jagdreviere und die entsprechenden Kontaktdaten werden auch an andere Behörden (Veterinäre, Polizei) übermittelt.

Was ist ein Jagdbogen?

Der Begriff Jagdbogen ist nicht im JWMG definiert! Er wird umgangssprachlich für mehrere jagdlichen Flächentypen verwendet. Spricht man vom Jagdbogen, muss geklärt werden, was der jeweils andere damit meint. Rechtlich eindeutig sind die Begrifflichkeiten Jagdrevier und Jagdbezirk.

Um Missverständnissen aus dem Weg zu gehen, sollte künftig der Begriff des Jagdbogens nicht mehr verwendet werden.

 

Was ist ein Pirschbezirk?

Ein Pirschbezirk ist ein Teil eines Jagdrevieres, indem Mittglieder eines Jagdrevieres zur Jagd gehen. Bsp.: ein Revier mit 4 Jagdausübungsberechtigten teilen das Revier noch mal geographisch untereinander auf. Die Pirschbezirke bilden wir derzeit nicht im WTP ab, befindet sich aber bereits in einer Entwicklungsstudie und werden mit einer Folgeversion umgesetzt.

Was gilt für die Revierverwaltung und Streckenlistenabgabe in verpachteten Eigenjagdrevieren?

Für verpachtete Eigenjagden können besondere Regelungen zur Revierverwaltung und Streckenlistenabgabe im Jagdpachtvertrag festgelegt sein. Hier bieten wir Ihnen Informationen zum Standardfall und wie bei abweichenden Regelungen zu verfahren ist.

Es gilt grundsätzlich für Eigenjagden § 17 JWMG: „(1) Die Wahrnehmung des Jagdrechts in seiner Gesamtheit kann an Dritte verpachtet werden. Die pachtende Person ist jagdausübungsberechtigte Person. Ein Teil des Jagdausübungsrechts kann nicht Gegenstand eines Jagdpachtvertrages sein.“ Der Standardfall ist daher nach §17 folgender: Ist nichts anderes vereinbart, wird durch die Pacht das Jagdausübungsrecht (einschließlich den „Annex“-Rechten, die das Jagdausübungsrecht bedingen), verpachtet. Einschränkungen müssen vertraglich geregelt werden. Abweichende Regelungen sind in den Grenzen des § 17 möglich. Allerdings sind nach Auffassung des MLR die Fallkonstellationen sehr begrenzt, wonach dem Eigenjagdbesitzer bzgl. dem Wildtierportal Rechte vorbehalten bleiben könnten.

Mit Übergabe des Jagdrechts an einen Pächter wird auch die Pflicht zur Streckenlistenabgabe übergeben, es sei denn, dies ist im Pachtvertrag anders geregelt. In einem solchen Falle ist der Jagdpächter von seiner Pflicht entbunden, auch die Korrektheit der Streckenliste ist gegenüber der unteren Jagdbehörde dann durch den Eigenjagdbesitzer zu gewährleisten.

Im Wildtierportal ist es nicht möglich, Revierverwaltung und Streckenliste getrennt voneinander zu führen. Ohne Einverständnis des Jagdausübungsberechtigten (des Pächters) durch Erklärung oder Pachtvertrag kann der Eigenjagdbesitzer eines verpachteten Jagdbezirks nicht Rechte des Pächters für sich beanspruchen.  Dazu wäre es erforderlich, das Revier in Eigenregie ggf. mittels Jagderlaubnissen an Dritte zu bewirtschaften. Dies hat wiederum zur Folge, dass weitergehende Fragen zum Wildschadensersatz, zur Wildbretvermarktung etc. ebenfalls anders gehandhabt werden müssen.

Streckenmeldung

Wie lege ich eine Streckenmeldung an?

Zum Anlegen einer Streckenmeldung haben Sie mehrere Möglichkeiten:
Das Wildtierportal ist grundsätzlich für eine Einzelstreckenmeldung ausgelegt.

Dazu können Sie Funktionen in der Web-Fachanwendung (Cadenza) verwenden. Mit dieser Möglichkeit können Sie weitere Funktionen des Wildtierportals nutzen um z.B. räumliche und zeitliche Verteilungen Ihrer Jagdstrecken auszuwerten. 

Neben der Onlineerfassung im Web steht Ihnen auch die kostenlose "WildtierBW"-APP für Android und iOS zur Verfügung.

Sie haben auch die Möglichkeit eine ganz grobe Schnellerfassung über das Wildtierportal zu tätigen.

Wo kann ich die mit der APP erfassten und versendeten Jagdstrecken einsehen?

Die mittels der WildtierBW-APP erfassten Streckendaten können im Wildtierportal (Cadenza) eingesehen werden. Sie haben die Möglichkeit die Daten in tabellarischer oder geographischer Form einzusehen und auszuwerten.

Daneben bietet die WildtierBW-APP ebenso Möglichkeiten für eine einfache Auswertung der Jagdstrecken (auch kartografisch).

Wie lange können Streckendaten noch geändert werden?

In der WildtierBW-APP können Sie Streckendaten solange bearbeiten, wie sie noch nicht an das Wildtierportal übermittelt wurden.

Im Wildtierportal können Streckendatendaten so lange bearbeitet werden, wie die jeweilige Streckenliste noch nicht abgeschlossen wurde. In der Regel ist das innerhalb eines kompletten Jagdjahres möglich.

In Ausnahmefällen können einzelne Streckenlisten durch die untere Jagdbehörde entsperrt werden (z.B. Nachmeldung von Fall- und Unfallwild).

Warum sehe ich meine Streckendaten, die ich mit der APP erfasst habe, nicht im Wildtierportal?

Wenn Sie Streckendaten in der "WildtierBW"-APP erfassen, geschieht das vorerst nur lokal auf Ihrem Gerät. Sind alle Pflichtangaben der Streckenmeldung erfasst, müssen Sie diese noch an das Wildtierportal übermitteln. Erst nach der erfolgreichen Übermittlung stehen die Streckendaten für weitere Aktionen im Wildtierportal zur Verfügung.

Nach der Übermittlung können diese Daten in der "WildtierBW"-APP nicht mehr verändert werden. Dort erscheinen die Jagdstrecken dann nur noch zur Ansicht. Wenn Sie Daten korrigieren müssen, können Sie dies im Wildtierportal (Cadenza) vornehmen.

App

Für welche Betriebssysteme wird die mobile Applikation (APP) angeboten?

Die "WildtierBW"-APP wird für Android und iOS Geräte angeboten.

Unter welchem Namen ist APP in den APP-Stores zu finden?

Suchen Sie nach dem APP-Namen "WildtierBW". Veröffentlicht wird diese vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR).

Was kostet die App?

Die "WildtierBW"-APP wird kostenlos angeboten.

Gibt es spezielle Voraussetzungen zur Nutzung der "WildtierBW"-APP?

Sie benötigen ein Android- oder Apple-Smartphone (oder auch Tablet). 

Für die Nutzung benötigen Sie ebenfalls einen Account im Wildtierportal, sowie ein oder mehrere zugewiesene Jagdreviere.

Karten

Wie aktuell sind die Luftbilder?

Luftbilder der Sommerbefliegung sind maximal 3 Jahre alt. Das Befliegungsdatum werden wir Ihnen künftig als eigenes Thema mit anzeigen.
Die Luftbilder der Winterbefliegung können älter als 3 Jahre sein. Wir werden auch hier versuchen die jeweilige Aktualität der entsprechenden Gebiete anzuzeigen.

Kann ich auch Karten drucken?

Sie können sich auch Karten innerhalb des Wildtierportals zusammenstellen und diese dann als PDF-Datei speichern oder direkt drucken.

Funktionalität

Was ist der Unterschied zwischen der mobilen Applikation (APP), dem Portal und der Cadenza-Webanwendung?

Mobile Applikation (APP): Die "WildtierBW"-APP bietet die Möglichkeit eine Streckenerfassung gleich vor Ort vorzunehmen und diese Daten ans Wildtierportal zu senden.

Webanwendung Cadenza: Auch in der Webanwendung können Streckendaten erfasst und die Streckenlisten abgeschlossen werden. Zudem gibt es mehrer Möglichkeiten die Streckendaten auszuwerten. Die Flächenverwaltung und die Anzeige verschiedener Kartenthemen sind ebenso möglich.

Portal: Das Wildtierportal bietet Informationen rund um Wildtiere und Jagd in Baden-Württemberg, sowie Funktionen zur Benutzer- und Revierverwaltung. Es ist ebenso Möglich vereinfachte Streckenmeldungen abzugeben und auf weitere interne Funktionen (z.B. InfraWild, Revierbefragung) zuzugreifen.

Welche Browser werden vom Wildtierportal unterstützt?

Es werden alle gängigen Browser unterstützt. Bitte stellen Sie bitte sicher, dass es sich um die aktuellste Version handelt.

Benutzerverwaltung

Wie ordne ich weitere Jäger meinem Revier zu?

Sie können weitere Personen zu Ihrem Revier zuordnen. Gehen Sie dazu in den internen Bereich des Wildtierportals und wählen Sie in der Revierverwaltung für das Revier, zu dem Sie weitere Personen zuordnen wollen, die Funktion Mitglieder aus.

Kann man mehrere Personen mit unterschiedlichen Funktionen einem Revier zuordnen?

Ein Revier kann mit mehreren Personen bewirtschaftet bzw. bejagt werden. Zudem kann jede Person entsprechende Funktionen oder Rollen erhalten. Gehen Sie zur Pflege solcher Informationen in den internen Bereich des Wildtierportals und wählen Sie in der Revierverwaltung die Funktion Jagdgemeinschaft aus. Dort können Sie weitere Personen einladen und entsprechende Funktionen vergeben.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Funktionen zwischen den Jagdausübungsberechtigten (JAB) und den Jagderlaubnisinhabern (JEI).

Zu jeder Person können noch Kontaktgründe hinterlegt werden. Dies ist zum Beispiel wichtig bei Wildunfällen, damit die Polizei auch den richtigen Ansprechpartner finden kann.

Entwicklung

Wer entwickelt das WTP?

Das WTP ist ein Projekt des Landes Baden-Württembergs. Auftraggeber ist das MLR. Die Durchführung wird in einer Partnerschaft von verschiedenen Stellen vollzogen. Beteiligt ist das  Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung in Baden-Württemberg (LGL), der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV), die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und die Wildforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg (WFS).

Häufig gestellte Fragen zu Infrawild