FAQ - InfraWild

Auf dieser FAQ-Seite beantworten wir häufig gestellte Fragen zum Thema Infrawild. 

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) teilweise verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Allgemeines

Ist für die Beantragung einer InfraWild-Leistung eine Registrierung notwendig?

Da das InfraWild-Förderprogramm Teil des Wildtierportals Baden-Württemberg ist, müssen Sie sich unter www.wildtierportal-bw.de einmalig registrieren. Mit folgendem Link gelangen Sie direkt zur Registrierung für den internen Bereich: https://idp.wildtierportal-bw.de/de/user/login

Welche InfraWild-Leistungen können online beantragt werden?

Welche InfraWild-Leistungen müssen in Papierform beantragt werden?

Einen Antrag in Papierform müssen Sie für folgende Leistungen beim Regierungspräsidium Stuttgart einreichen:

  • Wildbretvermarktung
  • Revierausstattung (einschließlich Wildverarbeitung) – jeweils Großprojekte.

Die benötigten Formulare erhalten Sie direkt beim Regierungspräsidium Stuttgart.

Wie registriere ich mich für InfraWild im Wildtierportal BW?

Hierzu benötigen Sie ein Benutzerkonto. Hier gelangen Sie zur Registrierung. Unter folgendem Link finden Sie Informationsvideos (Tutorials), in welchen Ihnen gezeigt wird, wie Sie dieses Benutzerkonto anlegen: https://www.wildtierportal-bw.de/de/p/kontakt-und-ubersicht/videotutorials-1202.html.

Ist eine einmalige Registrierung im Wildtierportal BW ausreichend?

Es ist nur eine einmalige Registrierung im Wildtierportal BW nötig. Danach können Sie sich mit Ihren Anmeldedaten jederzeit in den internen Bereich des Wildtierportales BW einwählen.

Gibt es einen Mindestförderbetrag?

Anträge mit Fördersummen unter 100 Euro werden nicht angenommen. Wird ein Förderbetrag unter 100 Euro festgestellt, endet das Verfahren. Ein derartiger Antrag wird abgelehnt.

Werden die Förderbeträge abgerundet?

Alle InfraWild-Zuwendungen werden auf volle 10 Euro-Beträge abgerundet festgesetzt und ausbezahlt.

Welche BW-Nummer muss ich beantragen?

Ab dem Jagdjahr 2021/2022 benötigen Sie für jede Förderleistung eine eigene BW-Nummer; nur dann können Sie die entsprechenden Förderungen beantragen und abrechnen.

Die BW-Nummern werden ab dem Jagdjahr 2021/2022 wie folgt vergeben:

  • BWTH-21= Dienstleistungen (Treiber, Helfer, Drohnen) bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild
  • BWSN-21= Einsätze von Stöber- und Nachsuchehunden und Hundeführern bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild
  • BWAN-21= Einsätze von anerkannten Nachsuchegespannen bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild
  • BWPR-21= Fördermaßnahmen zur Pauschalen Revierausstattung
  • BWPW-21= Fördermaßnahmen zur Pauschalen Wildverarbeitung

Beispiel einer BW-Nummer für Einsätze von anerkannten Nachsuchegespannen bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild: BWAN-21-00020

Muss für jedes Jagdjahr eine neue BW-Nummer beantragt werden?

Ja, man benötigt für jedes Jagdjahr eine neue BW-Nummer, um eine Förderleistung zu erhalten. Mit Zuteilung einer BW-Nummer beginnt das Förderverfahren für das Jagdjahr, in welchem die BW-Nummer beantragt wurde. Die zugeteilte BW-Nummer zeigt anhand der Zahlenfolge, für welches Jagdjahr diese beantragt wurde: BWPR-20…. (Jagdjahr 2020/2021), BWPW-21 (Jagdjahr 2021/2022).

Grundsätzlich wird die Fördermaßnahme im Beantragungs-Jagdjahr vollständig abgewickelt (z. B. Kauf von Ausrüstungsgegenständen oder Teilnahme an Bewegungsjagden auf Schwarzwild) und im darauf folgenden Jagdjahr online im Wildtierportal BW abgerechnet.

Was muss ich tun, wenn ich eine falsche BW-Nummer beantragt habe?

Die BW-Nummer ist nur für die gewählte Förderung verwendbar. An den Buchstaben der BW-Nummer (Beispiel: BWSN-21-00020) ist die Auswahl erkennbar (siehe auch Frage „Welche BW-Nummer muss ich beantragen?“). Bitte beantragen Sie umgehend die richtige BW-Nummer und verwenden Sie keinesfalls die falsche BW-Nummer. Förderleistungen können Sie nur ab diesem Zeitpunkt (Zuteilung der korrekten BW-Nummer) und unter Verwendung der korrekten Formulare abrechnen.

Förderleistungen bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild

Was ist eine Bewegungsjagd?

Gemäß § 8 JWMG ist eine Gesellschaftsjagd im Sinne des JWMG und des § 16 Absatz 3 des Bundesjagdgesetzes die Jagd, an der mehr als acht Personen teilnehmen. Eine Bewegungsjagd ist eine Gesellschaftsjagd, bei der Wildtiere für einen kurzen Zeitraum beunruhigt und in Bewegung gesetzt werden. Sie dient insbesondere der Regulierung einer Wildtierpopulation nach wildtierökologischen Erkenntnissen.

Welche Voraussetzungen gelten für Förderleistungen bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild?

  • Für InfraWild-Förderleistungen muss zwingend bei Bewegungsjagden Schwarzwild bejagt werden (andere Wildarten dürfen mitbejagt werden);
  • Treiben von mindestens 1,5 Stunden ohne Unterbrechung;
  • Keine Freigabebeschränkungen für den Abschuss von Schwarzwild (z. B. nach Alter oder Gewicht; Ausnahme: gesetzlicher Elterntierschutz);
  • Jeder Einsatz (Dienstleistungen, Hunde, Hundeführer) muss tatsächlich aktiv erbracht worden sein; Rufbereitschaft oder ähnliches (Stand-by) sind nicht abrechenbar (siehe Frage "Warum können nur "Einsatztage" abgerechnet werden");
  • Zusätzliche Voraussetzungen:
    • Bei Treiber-/Helfereinsätzen: Vom Jagdausübungsberechtigten muss eine Entschädigung im Wert von mindestens 20 Euro/Person/Einsatztag gewährt worden sein.
    • Bei Drohneneinsätzen: Vom Jagdausübungsberechtigten muss eine Entschädigung im Wert von mindestens 60 Euro/Drohnenführer/Einsatztag gewährt worden sein.

Warum benötigt man Formulare für die Online-Verfahren?

Die Formulare sind nötig, um die Angaben der Online-Eingabe rechtsverbindlich durch entsprechende Unterschriften zu bestätigen sowie um subventionsrechtliche Vorgaben zu erfüllen. Zudem werden alle Formulare, die zwingend vollständig ausgefüllt und unterschrieben sein müssen, zum Nachweis der Teilnahme an Bewegungsjagden auf Schwarzwild und zur Feststellung des Förderbetrages benötigt (d. h. Deckblatt und ein oder mehrere Leistungsnachweise). Die Originalbelege hat der Antragsteller mindestens zwei Jahre für eventuelle Prüfungen aufzubewahren.

Können Nachweisformulare aus früheren Jagdjahren verwendet werden?

Nein. Formulare dürfen nur für das Jagdjahr verwendet werden, für welches diese ausgegeben werden. Das betreffende Jagdjahr ist in den Formularen auf allen Seiten angegeben.

Wer muss wo unterschreiben?

Die Formulare sind zwingend wie folgt zu unterschreiben:

  • Deckblatt und Leistungsnachweis (jeweils am Ende des Formulars): Durch den Antragsteller.
  • Bei Leistungsnachweisen für Hundeeinsätze: Durch den Jagdleiter bei den jeweiligen Bewegungsjagden auf Schwarzwild.
  • Bei Leistungsnachweisen für Dienstleistungen (Treiber / Helfer / Drohnenführer): Durch die Treiber, Helfer oder Drohnenführer bei den jeweiligen Bewegungsjagden auf Schwarzwild.

Wie erhält man die Formulare?

Nach Ihrer Erstregistrierung und Anmeldung bzw. jeder weiteren Anmeldung im Wildtierportal können Sie im Menübereich „InfraWild“ unter dem Button „Nachweisdokumente.pdf“ jederzeit Formulare erhalten.
Tipp: Formulare (vor allem das Deckblatt) am PC ausfüllen.

Benötigt man die Formulare vor Ort bei der Bewegungsjagd auf Schwarzwild?

Um die Formulare zeitsparend und vollständig auszufüllen, sollten Sie diese bei jeder Teilnahme an einer förderfähigen Bewegungsjagd auf Schwarzwild in Baden-Württemberg unmittelbar vor Ort ausfüllen und unterschreiben lassen (siehe hierzu auch Frage „Wer muss wo unterschreiben?“). Bitte achten Sie darauf, dass alle Pflichtfelder ausgefüllt werden.
 

Wann können Förderleistungen für Bewegungsjagden auf Schwarzwild abgerechnet werden?

Mit Beginn des neuen Jagdjahres können die jeweiligen Einsätze des vergangenen Jagdjahres abgerechnet werden. Für eine Fördermaßnahme (d. h. für personen- und/oder revierbezogene Förderleistungen) kann nur eine Abrechnung je Jagdjahr eingereicht werden. Als Abrechnungszeitraum steht somit grundsätzlich der 01.04. bis 30.09. zur Verfügung. Die Abrechnung erfolgt ausschließlich im elektronischen Verfahren. Eine postalische Einsendung der Abrechnungsunterlagen oder eine Einsendung per E-Mail ist rechtlich nicht zulässig.

Wird man an die Abrechnungsmöglichkeit erinnert?

Sie erhalten eine E-Mail und werden an die Abrechnung der Förderleistungen erinnert. Mit dieser E-Mail erhalten Sie auch weitere Informationen zum Abrechnungsverfahren. Des Weiteren wird die Bereitstellung der Abrechnungsmöglichkeit über die Medien bekanntgegeben.

Können die Formulare am PC ausgefüllt werden?

Es ist ausreichend, wenn die Eintragungen mit gut leserlicher Handschrift erfolgen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Formulare am PC auszufüllen und im Anschluss auszudrucken. Die Tabellen mit den Einsatznachweisen verlangen Unterschriften als Bestätigung. Diese dürfen nur handschriftlich erfolgen (siehe hierzu auch Frage „Wer muss wo unterschreiben?“).

Benötigt man als Jagdausübungsberechtigter mehrerer Jagdreviere auch mehrere BW-Nummern?

Für revierbezogene Förderleistungen benötigen Sie für jedes Revier eine eigene BW-Nummer. Diese BW-Nummer ist ab der Zuteilung nur für das beantragte Jagdjahr gültig. Dienstleistungen bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild (Treiber, Helfer, Drohnen) ist eine revierbezogene Förderleistung. Mit dieser BW-Nummer können Sie ab deren Zuteilung sämtliche, innerhalb eines Jagdjahres in diesem Revier stattgefundenen Bewegungsjagden, abrechnen.

Werden auch Zuschüsse für Einsätze bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild gewährt, die vor Zuteilung der BW-Nummer stattgefunden haben?

Nein, es können nur Einsätze bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild ab dem Tag der Zuteilung der BW-Nummer abgerechnet werden. Es gilt das entsprechende Zuteilungsdatum der BW-Nummer.

Was sind brauchbare Jagdhunde (Stöber- / Nachsuchehunde)?

Brauchbare Jagdhunde stöbern grundsätzlich spur- und fährtenlaut und sind für den Einsatz bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild bzw. für Nachsuchen geeignet. Eine Prüfung ist nicht Voraussetzung für die Förderung; es werden jedoch Stöberprüfungen entsprechend der Brauchbarkeitsprüfung des LJV Baden- Württemberg oder vergleichbare Prüfungen empfohlen.

Was ist ein anerkanntes Nachsuchegespann?

Nachsuchegespanne werden vom Landesjagdverband Baden-Württemberg anerkannt und erhalten einen entsprechenden Ausweis. Damit verbunden ist die höhere Förderung der anerkannten Nachsuchegespanne. Bitte achten Sie darauf, die richtige BW-Nummer (BWAN-21-…) zu beantragen und verwenden Sie zur Abrechnung die korrekten Formulare.

Wer kann die Förderung für Dienstleistungen (Treiber / Helfer / Drohnen) beantragen?

Dienstleistungen sind revierbezogene Förderleistungen, welche nach Abschluss des Jagdjahres nur einmalig in einem Antragsverfahren abgerechnet werden können. Antragsberechtigt ist deshalb grundsätzlich nur der Jagdausübungsberechtigte, bei Pächtergemeinschaften der/die beauftragte Pächter/in oder eine als „InfraWild-Manager“ bestimmte Person.
Die antragstellende Person darf die Dienstleistung nicht für sich selbst abrechnen. Beispiel: Antragstellender Jagdpächter ist selbst Treiber.
Ausgeschlossen von dieser Förderung sind Einrichtungen des Landes Baden-Württemberg, des Bundes und der Länder. D.h. die staatliche Regiejagd von ForstBW und Bundesforst können die Förderung für Dienstleistungen nicht erhalten.

Kann ein mittreibender Hundeführer oder Nachsuchenführer als Treiber abgerechnet werden?

Ja, aber nur, wenn die Hundeführerin oder der Hundeführer selbst keine Förderung als mittreibende/r Hundeführer/in oder Nachsuchenführer/in beantragt (Doppelabrechnung = Subventionsbetrug).

Welche Dienstleistungen bzw. welche Tätigkeiten von Hilfspersonen werden anerkannt?

Hilfspersonen können nur dann für eine Abrechnung anerkannt werden, wenn sie eine entsprechende Tätigkeit am Tag der Bewegungsjagd auf Schwarzwild ausgeführt haben. Die Tätigkeit muss in unmittelbarem Zusammenhang mit der Durchführung der eigentlichen Bewegungsjagd auf Schwarzwild im Jagdrevier oder bei der Wildversorgung stehen und tatsächlich ausgeübt worden sein. Eine genaue Tätigkeitsangabe der Hilfsperson ist notwendig. Abrechnungsfähig sind z. B. Jagdscheinkontrolle, Ansteller, Treiber, Verkehrssicherung, Wildbergung, Aufbrechhelfer, Probenehmer. Nicht abrechnungsfähig sind z. B. Helfer bei der Verpflegung oder Helfer, welche eine Wildkammer oder ein Transportfahrzeug reinigen.
Hinweis: Wenn die Bewegungsjagd keine Strecke ergeben hat, können bspw. Wildbergung, Aufbrechen, Probenentnahme usw. nicht angegeben bzw. abgerechnet werden.

Dürfen Mitpächter als Treiberinnen/Treiber oder Hilfspersonen aufgelistet werden?

Ja, wenn förderfähige Hilfstätigkeiten in entsprechendem Umfang geleistet wurden und alle weiteren Voraussetzungen erfüllt sind. Siehe hierzu Frage „Welche Voraussetzungen gelten für Förderleistungen bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild“

Wie viele Personen können bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild insgesamt in einem Jagdjahr abgerechnet werden?

Die Anzahl der Bewegungsjagden auf Schwarzwild ist unerheblich. Maximal können je ein Treiber und eine Hilfsperson pro volle 20 ha bejagbare Fläche des Jagdrevieres abgerechnet werden. Beispiel: 202 ha bejagbare Fläche = bis zu 10 Treiber und bis zu 10 Hilfspersonen. Treiber und Hilfspersonen können nicht gegeneinander aufgerechnet werden.

Wie ist die Regelung für die staatliche Regiejagd?

Einsätze von Jagdhunden (Stöberhunde, Nachsuchehunde und anerkannte Nachsuchegespanne) und ggf. von Hundeführern/innen in staatlichen Jagdrevieren sind ebenfalls förderfähig. Hundeführerinnen oder Hundeführer lassen sich ihren Einsatz von der Jagdleiterin oder dem Jagdleiter bestätigen. Revierbezogene Leistungen sind für staatliche Regiejagden nicht förderfähig.
Grundsätzlich können auch Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter der Landesforstverwaltung und der AöR ForstBW die Hundeeinsätze abrechnen.

Werden die Angaben in den Formularen überprüft?

Ja. Neben Plausibilitätsprüfungen nimmt das Land stichprobenartige Prüfungen von Förderanträgen vor. Die Angaben in den Formularen sind subventionserheblich bzw. sind mit den online eingetragenen Daten Grundlage der InfraWild-Förderung (Subvention).

Welche Konsequenzen haben falsche Angaben?

Falsche Angaben führen auf jeden Fall zur Rückforderung der Zuwendung und können den Tatbestand des Subventionsbetruges erfüllen (§ 264 StGB). In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass sich ein Strafverfahren auf die jagd- und waffenrechtliche Zuverlässigkeit auswirken kann.

Warum können nur „Einsatztage“ abgerechnet werden?

Die Förderleistung bezieht sich immer auf einen Tag. D. h. bei der Teilnahme an mehreren Bewegungsjagden auf Schwarzwild am gleichen Tag, kann einmalig nur für diesen Tag eine Förderleistung gewährt werden (Ein Tag ist eben nur ein Tag und ein Tag ist nicht vermehrbar!).

Beispiel Dienstleistungen:
Treiber ist vormittags und nachmittags jeweils in einem Treiben nur ein Einsatztag.

Beispiel Jagdhunde und Hundeführer:
Jagdhund und Hundeführer sind vormittags bei Bewegungsjagd A und nachmittags bei Bewegungsjagd B (verschiedene Jagdreviere) nur ein Einsatztag (siehe Frage „Dürfen für Hunde und Hundeführer mehrere Einsätze am Tag abgerechnet werden?“)

Welche Einsätze kann ein Hundeführer bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild abrechnen?

Stöberhund oder Nachsuchehund:

  • Maximal 4 eigene Hunde (stöbern und/oder nachsuchen);
  • zusätzlich Hundeführer nur, wenn mittreibend oder Durchführung einer Nachsuche.

Beispiele:

  • Standschnaller
    • Nur 1 x (Einsatztag) Hundeeinsatz abrechenbar
  • Standschnaller und nachmittags Nachsuche mit gleichem Hund
    • Je 1 x Hund und 1 x Hundeführer abrechenbar
  • Standschnaller und Nachsuche mit zweitem Hund
    • 2 x Hund und 1 x Hundeführer abrechenbar
  • Stöberhund und mittreibender Hundeführer
    • 1 x Hund und 1 x Hundeführer abrechenbar
  • Stöberhund, mittreibender Hundeführer und Nachsuche mit zweitem Hund
    • 2 x Hund und 1 x Hundeführer abrechenbar

Die selbstabrechnende und mittreibende Stöberhundeführerin oder der selbstabrechnende mittreibende Stöberhundeführer rechnet ggf. auch ihren/seinen Treibereinsatz selbst ab. Die oder der Jagdausübungsberechtigte darf in diesem Fall den Treibereinsatz als Dienstleistung nicht zusätzlich abrechnen (Doppelabrechnung = Subventionsbetrug).
 

Dürfen Jagdausübungsberechtigte Einsätze mit eigenen Hunden und für sich selbst im eignen Revier abrechnen?

Nein, in diesen Fällen ist eine Förderung bzw. Abrechnung nicht zulässig.

Dürfen für Hunde und Hundeführer mehrere Einsätze am Tag abgerechnet werden?

Auch bei mehreren Einsätzen an einem Tag darf immer nur ein Einsatztag (siehe Frage „Warum können nur „Einsatztage“ abgerechnet werden?“) für Hund und Hundeführer abgerechnet werden.

Beispiele:

  • Hundeführer und Hund nehmen morgens an Bewegungsjagd A im Jagdrevier A und nachmittags an Bewegungsjagd B im Jagdrevier B teil: Es darf nur ein Tag (der Tag, an dem die beiden Bewegungsjagden stattgefunden haben) abgerechnet werden.
  • Mittreibender Hundeführer mit drei eigenen Stöberhunden nehmen an Bewegungsjagd teil: Es dürfen drei Stöberhunde und nur ein Einsatztag für den Hundeführer abgerechnet werden.

 

Sind Nachsuchen am Tag nach der Bewegungsjagd auf Schwarzwild auch förderfähig?

Ausschließlich anerkannte Nachsuchegespanne können zusätzlich am Tag nach der Bewegungsjagd auf Schwarzwild bewegungsjagdbedingte Nachsuchen durchführen. Somit können anerkannte Nachsuchegespanne bis zu zwei hintereinander liegende Einsatztage abrechnen. Die Nachsuche am Folgetag der Bewegungsjagd auf Schwarzwild ist auch einzeln abrechenbar.

Revierausstattung und Wildverarbeitung

Was wird bei Pauschaler Revierausstattung und Pauschaler Wildverarbeitung gefördert?

Jagdausübungsberechtige können für ihr Jagdrevier einen Zuschuss für die Anschaffung von bestimmten und aus einer Liste auswählbaren Ausrüstungsgegenständen erhalten.

Bei der Pauschalen Revierausstattung sind grundsätzlich Gegenstände förderfähig, die bei Bewegungsjagden auf Schwarzwild im Jagdrevier am Tag der Bewegungsjagd eingesetzt werden können. Hierbei ist ein Wildkühlschrank / eine Wildkühlzelle zur Versorgung des Wildes eingeschlossen (Aktuelle Liste der förderfähigen Gegenstände bei Pauschaler Revierausstattung).

Bei der Pauschalen Wildverarbeitung sind grundsätzlich Gegenstände förderfähig, die für die Verarbeitung von Wild ab Herausnahme aus der Wildkühlung bis zur Verpackung mittels eines Vakuumiergerätes verwendet werden können (Aktuelle Liste der förderfähigen Gegenstände bei Pauschaler Wildverarbeitung).

Werden weitere Ausrüstungsgegenstände für das Jagdrevier gefördert?

Nein, es werden nur die vorgegebenen Ausrüstungsgegenstände in diesem Jagdjahr gefördert.
Anregungen zur Prüfung der Aufnahme von weiteren Ausrüstungsgegenständen, können dem Team der Jagdförderung per E-Mail (jagdfoerderung@landwirtschaft-bw.info) mitgeteilt werden.

Wer kann eine Förderleistung im Rahmen der Pauschalen Revierausstattung und der Pauschalen Wildverarbeitung beantragen?

Antragsberechtigt ist grundsätzlich nur der Jagdausübungsberechtigte, bei Pächtergemeinschaften der/die beauftragte Pächter/in oder eine als „InfraWild-Manager“ bestimmte Person. Ausgeschlossen von dieser Förderung sind Einrichtungen des Landes Baden-Württemberg, des Bundes und der Länder. D.h. die staatliche Regiejagd von ForstBW und Bundesforst können diese Förderleistung nicht erhalten.
 

Benötigt man als Jagdausübungsberechtigter mehrerer Jagdreviere jeweils einen separaten Antrag?

Für die Förderverfahren Pauschale Revierausstattung und Pauschale Wildverarbeitung muss für jedes Jagdrevier ein separater Antrag gestellt werden (einzeln oder zusammen). Die Förderungen werden für jedes Jagdjahr neu beantragt und in diesem Jagdjahr abgewickelt. Die Abrechnung der bewilligten Maßnahmen erfolgt in den ersten 6 Monaten des darauf folgenden Jagdjahres.
 

Wie hoch ist die maximale Förderung bei der Pauschalen Revierausstattung und der Pauschalen Wildverarbeitung pro Jagdjahr?

Generell beträgt der Fördersatz 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Die maximale Höhe der Fördersumme bemisst sich nach der bejagbaren Fläche des Jagdrevieres:
 

Bejagbare Fläche des Reviers Höchstmöglicher Zuschuss Investitionssumme, um den Höchstbetrag zu erhalten
bis 500 ha 500 € ca. 1.667 €
bis 1.000 ha 1.000 € ca. 3.334 €
über 1.000 ha 1.500 € ca. 5.000 €

Wie oft kann eine Förderung beantragt werden?

Grundsätzlich können für ein Jagdrevier die Pauschale Revierausstattung und die Pauschale Wildverarbeitung einzeln oder zusammen einmal pro Jagdjahr beantragt werden.

Darf ein Ausrüstungsgegenstand vor Erhalt des Zuwendungsbescheides erworben/bestellt/gekauft werden?

Es dürfen erst ab Erhalt des Zuwendungsbescheides die bewilligten Ausrüstungsgegenstände bestellt, gekauft oder in Auftrag gegeben werden. Eine Bestellung, ein Kauf oder eine Auftragserteilung vor Erhalt des Zuwendungsbescheides führt zum Föderausschluss.
 

Wann kann abgerechnet werden?

Mit Beginn des auf die Bewilligung nachfolgenden Jagdjahres können einmalig alle bewilligten Ausrüstungsgegenstände abgerechnet werden. Als Abrechnungszeitraum steht somit grundsätzlich der 01.04. bis 30.09. zur Verfügung. 

Werde ich an die Abrechnungsmöglichkeit erinnert?

Sie erhalten eine E-Mail und werden an die Abrechnung der Förderleistungen erinnert. Mit dieser E-Mail erhalten Sie auch weitere Informationen zum Abrechnungsverfahren. Des Weiteren wird die Bereitstellung der Abrechnungsmöglichkeit über die Medien bekanntgegeben.

Wie kann abgerechnet werden?

Die Abrechnung erfolgt ausschließlich im elektronischen Verfahren. Eine postalische Einsendung der Abrechnungsunterlagen oder eine Einsendung per E-Mail ist rechtlich nicht zulässig.
Für die Abrechnung muss das entsprechende Online-Formular vollständig ausgefüllt werden. Als Nachweise müssen die Rechnungs- und die dazugehörigen Zahlungsbelege z. B. im pdf-Format hochgeladen werden (Upload).
Die Originalbelege hat der Antragsteller mindestens zwei Jahre für eventuelle Prüfungen aufzubewahren.
 

Was muss bei der Abrechnung des Investitionsbetrages in Abzug gebracht werden?

Beim angegebenen Investitionsbetrag müssen gewährte Preisnachlässe (Skonti, Boni, Rabatte o. ä.), unabhängig von deren tatsächlichen Berücksichtigung, sowie ggf. zusätzlich gewährte Förderleistungen Dritter, zwingend abgezogen werden.

Gibt es eine Zweckbindungsfrist?

Für alle Ausrüstungsgegenstände, für welche eine InfraWild-Förderung bewilligt wurde, gilt eine 2-jährige Zweckbindungsfrist für das angegebene Jagdrevier.

Werden die Angaben in den Formularen überprüft?

Ja. Neben Plausibilitätsprüfungen nimmt das Land stichprobenartige Prüfungen von Förderanträgen vor. Die Angaben in den Formularen sind subventionserheblich bzw. sind mit den online eingetragenen Daten Grundlage der Subvention.

Welche Konsequenzen haben falsche Angaben?

Falsche Angaben führen auf jeden Fall zur Rückforderung der Zuwendung und können den Tatbestand des Subventionsbetruges erfüllen (§ 264 StGB). In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass ein Strafverfahren sich auf die jagd- und waffenrechtliche Zuverlässigkeit auswirken kann.

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