Tierkrankheit Afrikanische Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinpest (kurz: ASP) ist eine Viruserkrankung ausgelöst durch das Afrikanische Schweinepest – Virus. Der Name deutet neben dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Krankheit in Afrika hin und das die Krankheit nur für Schweine und schweineartige Tiere gefährlich ist. Bei dem ASP-Virus handelt es sich um ein behülltes, doppelsträngiges DNA-Virus der Familie Asfarviridae, dem bisher einzigen bekannten Virus dieser Familie.

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STECKBRIEF

Erreger

Afrikanisches Schweinepest Virus (ASP-Virus) [DNA-Virus]

Betroffene Arten

Wildschweine, Hausschweine und andere schweineartige

Bedeutung für den Menschen

Wirtschaftlicher Schaden (Fleischproduktion)

Übertragungswege

Kontaktübertragung, Umweltübertragung, Lebensmittelübertragung, Vektorübertragung

Überlebensfähigkeit

Lang (Monate bis Jahre)

Sterblichkeit

>90%

Impfung

nicht vorhanden (Stand 03.2021)

Besonderheiten

unspezifische Symptome

Weiterführende Informationen

ALLGEMEINES

Die Afrikanische Schweinpest (kurz: ASP) ist eine Viruserkrankung ausgelöst durch ein DNA-Virus der Familie Asfarviridae. Der Name deutet bereits auf das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Krankheit in Afrika hin, welche durch Importe nach Europa verschleppt worden ist. Auch wenn die Krankheit für die üblicher Weise in Afrika infizierten Warzenschweine ungefährlich, dies gilt jedoch nicht für Hausschweine und unsere heimischen Wildschweine. Für sie verläuft die Krankheit meist tödlich. Andere Tierarten oder auch der Mensch sind nicht betroffen und der Virus ist ungefährlich.
Seitdem ersten aufgefundenen ASP-positiven Wildschweinkadaver am 10.09.2020 in Brandenburg gilt Deutschland nicht mehr als ASP frei. Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche beim Wildschwein, welche unter anderem Jagd-, Bewirtschaftung- und Betretungsverboten umfassen, betreffen damit nicht nur die Jägerschaft und die Landwirtschaft, sondern auch die einfache Bevölkerung.
 

KSP VERSUS ASP

Die klassische oder europäische Schweinepest (KSP bzw. ESP) ist ebenfalls eine Viruserkrankung, welche nur Hausschweine, Wildschweine und andere Schweineartige infiziert. Im Gegensatz zur ASP ist das KSP-Virus (bzw. Pestisvirus C) ein positives einzel-strängiges RNA-Virus und gehört zur Familie der Flaviviren (Flaviviridae) und ist dort in der Gattung der Pestiviren zur verordnen. 
Anhand der Symptome lässt sich die KSP kaum von der ASP unterscheiden, jedoch unterscheiden sich beide Erkrankungen in den epidemiologischen Aspekten erheblich. Die KSP ist deutlich infektiöser als die ASP, bei einer geringeren Mortalität (70%) zudem gibt es für die KSP einen zugelassenen Impfstoff.  Dennoch stellt auch die KSP eine Gefahr für Wildschweinbestände und Schweinehaltungen, weshalb nach den KSP- Epidemien in der 90er Jahren Anfang der 2000er eine umfangreiche Impfaktion bei Wildschweinen durchgeführt wurde. Die KSP gehört ebenfalls zu den anzeigenpflichtigen Tierseuchen und auch der Verdacht auf diese Krankheiten wird von den Veterinärbehörden eingehend untersucht.

SITUATION IN BADEN-WÜRTTEMBERG

Bisher ist kein Fall der Afrikanischen Schweinepest in Baden-Württemberg aufgetreten. Seit September 2020 befindet Situation in BW sich die ASP jedoch Deutschland (Brandenburg & Sachsen) und es bleibt abzusehen ob Deutschland die Ausbreitung der ASP verhindern kann.

Die Gefahr eines Eintrages der ASP durch kontaminierte Lebensmittel wird derzeit als hoch eingestuft (FLI- Risikobewertung ASP), daher wird sowohl das passive und aktive Monitoring verstärkt und das Land Baden-Württemberg hat eine Reihe an Maßnahmen zur Prävention und Vorbereitung gegen Afrikanische Schweinepest getroffen.

ÜBERTRAGUNG DES VIRUS

In Afrika wird das Virus über einen Vektor (Lederzecken der Gattung Ornitodorus moubata) zwischen Busch- und Warzenschweinen übertragen. Diese Zecken leben dabei hauptsächlich in den Erdhöhlen, die diese Arten als Schlafplatz nutzen. Die Zecken nehmen das Virus bei ihrer Blutmahlzeit auf und können es bei ihrer nächsten Blutmahlzeit an andere Schweine übertragen. Gelegentlich gelangen diese Zecken auch über die Warzenschweine in die Unterstände von Hausschweinen und lösen dort einen Ausbruch der ASP aus. 
Aufgrund der hohen Konzentration der ASF-Viren im Blut treten auch Kontaktinfektionen bei direkten Kontakt von Schweinen und Wildschweinen auf, beziehungsweise bei Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von infizierten Tieren. Ebenfalls stellen Kadaver von an ASP verendeten Wildschweinen eine Infektionsquelle dar genauso wie kontaminierte Gegenstände (z.B. Messer, Gummistiefel, Fahrzeuge) und Rohwurstprodukte (z.B. Mettwurst, Salami) aus infizierten Haus- und Wildschweinen.

SYMPTOME

Wildschweine, die sich mit der Afrikanische Schweinepest infizieren sterben mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90%. Die Tiere entwickeln nach relativ kurzer Zeit eine Viremia (Viren im Blut) und leiden an hohem Fieber, Atemnot, Husten, Durchfall und Erbrechen. Im Verhalten äußert sich dies in einer Bewegungsunlust (Apathie) und verminderter Nahrungsaufnahme sowie verlängerten Ruhephasen in der Aktivität. Der Tod kann auch plötzlich eintreten, sodass die verendeten Wildschweine auch in offenen Bereich verenden, was für Wildtiere eher untypisch ist.
Die äußerlichen Symptome des Hausschweins, Blaufärbung der Haut durch Einblutungen, lassen sich aufgrund der dichten Beharrung der Wildschweine relativ selten beobachten.  
Die Organe und Schleimhäute weisen punktförmige Blutungen und können daher relativ einfach der ASP zugeordnet werden.

PROBEN & MONITORING

Zum Monitoring der Afrikanischen Schweinepest werden in Baden-Württemberg tot aufgefundene Wildschweine (passives Monitoring) sowie ein Teil der jagdlich erlegten Wildschweine (Aktives Monitoring) auf das Virus der ASP und Antikörper getestet.
Sollten Sie selbst ein totes Wildschwein finden verständigen, Sie bitte ihr lokales Veterinäramt (Verlinken) damit das Tier ordnungsgemäß beprobt und sicher entsorgt werden kann. Bitte beachten Sie dass das aneignen (Mitnahme/Anfassen) nur berechtigten Personen (Jagdpächter/Forstbediensteten) erlaubt ist und ansonsten unter den Punkt Wilderei fällt.

PRÄVENTION

Vor dem Hintergund eines möglichen Ausbruchs der ASP hat das Land einen Maßnahmenkatalog zur Vorbeugung und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) erarbeitet.

Das Land Baden-Württemberg setzt seit Anfang 2018 einen Maßnahmenplan zur Risikominimierung der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Baden-Württemberg um und trifft gezielt Vorbereitungen für den Fall eines ASP-Ausbruchs im Land. In Anbetracht der Tatsache, dass sich die ASP als langwierige Tierseuche im europäischen Raum etablieren könnte, ist der Maßnahmenplan ein dynamisches Arbeitsverfahren und seine Fortschreibung ist an die weitere Entwicklung und an zukünftige Erfahrungen aus anderen Ländern und Bundesländern gekoppelt. Der 12-Punkte-Maßnahmenkatalog ist ein wesentlicher Bestandteil zur Vorbeugung und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest.

Im Rahmen der ASP-Prävention, der Erleichterung und Intensivierung der Bejagung von Schwarzwild wurden umfangreiche Maßnahmenpakete auf den Weg gebracht. Nachfolgend werden neben bereits abgeschlossenen Maßnahmenpaketen auch Maßnahmen und Arbeitspakete genannt, die in Zukunft weiterentwickelt oder neu angegangen werden sollten. 

MANAGEMENT IM ASP-SEUCHENFALL

(Inhalte werden noch erarbeitet ASP-Bekämpfung)