Wolf

Das Wolfsmonitoring dient dazu, das Vorkommen von Wölfen zu erfassen und ihre natürliche Ausbreitung über längere Zeiträume hinweg zu beobachten.

Wolfsmonitoring

Das Wildtierinstitut der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) ist vom Ministerium Ländlicher Raum mit dem Monitoring von Wölfen beauftragt. Dabei werden alle Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen, wie Sichtungen, Fotofallenaufnahmen, Losungsfunde, Risse und Fährten, dokumentiert und überprüft.

Das Monitoring liefert Erkenntnisse zur Verbreitung, Populationsgröße und Sozialstruktur der Wölfe. Beispielsweise darüber, wie viele Rudel, Paare und Einzeltiere im Bundesland leben. Diese Informationen bilden eine wichtige Entscheidungsgrundlage für das Wolfsmanagement des Landes.

Ein wertvoller Bestandteil des Monitorings sind Meldungen aus der Jägerschaft und  aus der Bevölkerung (passives Monitoring). Bei Bedarf können durch gezielte Maßnahmen, etwa ein intensiviertes Fotofallenmonitoring oder die gezielte Suche nach weiteren Hinweisen, zusätzliche Daten erhoben werden (aktives Monitoring). Vor Ort wird das Monitoring-Team der FVA von den Wildtierbeauftragten der Landkreise sowie geschulten Netzwerkpersonen unterstützt.

Fotofallenaufnahme des territorialen Wolfs GW2672m im Nordschwarzwald. Der Wolf läuft auf einem Forstwirtschaftsweg von links nach rechts und blickt direkt in die Kamera.

Fotofallenaufnahme des territorialen Wolfs GW2672m im Nordschwarzwald. © FVA BW

SCALP-Kriterien

Das Wolfsmonitoring der FVA erfolgt nach den bundeseinheitlichen Monitoringstandards des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Dabei werden alle Hinweise anhand der sogenannten SCALP-Kriterien bewertet. Auf dieser Grundlage werden Vorkommen und Verbreitung der Wölfe in Baden-Württemberg einheitlich dokumentiert.

  • C1 (eindeutiger Nachweis): „Hard facts“ wie Totfunde, Fotos/Videos, Fänge oder genetische Nachweise
  • C2 (bestätigter Hinweis): von Experten überprüfte und bestätigte Hinweise wie Risse, Haare, Kotfunde oder Trittsiegel
  • C3 (unbestätigter Hinweis): alle Beobachtungen und Lautäußerungen sowie von der Allgemeinheit gemeldete Risse, Haare, Kotfunde oder Trittsiegel, die nicht von Experten überprüft werden konnten
  • Negativ: Luchs oder Wolf kann als Verursacher ausgeschlossen werden
  • k. B. m. (Keine Bewertung möglich): Hinweise, zu denen aufgrund fehlender Mindestinformationen keine Einschätzung möglich ist
Auf der linken Seite ist ein Trittsiegel, auf der rechten Seite eine Losungen eines Wolfs mit angelegtem Zollstock zu sehen. Diese Funde liefern ebenfalls Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen.

Trittsiegel und Losungen liefern ebenfalls Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen. © FVA BW

Weiterführende Informationen

Der Bereitschaftsdienst des FVA-Wildtierinstituts ist täglich von 8:00 – 18:00 Uhr erreichbar, auch an Wochenenden und Feiertagen: Wolf oder andere Wildtiere melden. Bei Verdacht auf ein Rissereignis umgehend anrufen!

Dr. Micha Herdtfelder

Leitung Arbeitsbereich Luchs und Wolf am FVA-Wildtierinstitut

Wonnhaldestraße 4

79100 Freiburg

info@wildtiermonitoring.de

+49 (0) 761 4018-274