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Wildkatze Felis silvestris

Wildkatze
Wildkatze Wildkatze

Produktoptionen

Wildkatze
Schutzmanagement
Wald
Fleischfresser
ungünstig-unzureichend

Steckbrief

Erhaltungszustandungünstig - unzureichend
Kopf-Rumpf-Länge♂: 50 cm - 69 cm, ♀: 47 cm - 60 cm
Schulterhöhebis 35 cm
Körpergewicht♂: 3,5 kg - 6,5 kg, ♀: 3 kg - 4,5 kg
Paarungszeit, RanzJanuar - März
Tragzeit68 Tage
Anzahl Junge2 - 6
LebensweiseDämmerungs- und nachtaktiv; starke Aktivitätsbindung an Beutetiere, Tagaktivitäten möglich; scheu und störungsempfindlich. Einzelgänger; Ruheplätze in Höhlenbäumen, unter Wurzeln, Reisighaufen. Streifgebiete der Weibchen stabil, Männchen zum Teil halbnomadisch. Landschaftselemente wie Hecken und Feldgehölze ermöglichen eine gute Vernetzung zwischen Lebensräumen.
NahrungFleischfresser, überwiegend Mäuse
ManagementstufeSchutzmanagement
Jagdzeitkeine

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Tierstimme Tierstimme

Wildkatze: Ruf eines Katers © Tierstimmenarchiv.de / Tembrock, Günter / CC BY-SA

Verbreitung in Baden-Württemberg

Das Hauptvorkommen in Baden‐Württemberg befindet sich entlang der gesamten Rheinebene. Dieses Vorkommen ist auf die Ausbreitung der Wildkatze aus dem Osten Frankreichs zurückzuführen. Weitere kleinere Vorkommen sind mittlerweile in der Vorbergzone des südlichen und mittleren Schwarzwaldes, im Naturraum Stromberg, im Main-Tauberkreis und auf der Ostalb zu finden. 

Die bisherigen Ergebnisse des landesweiten Monitorings sprechen für eine stetige Ausbreitung der Wildkatze. Es kann grundsätzlich auch nicht ausgeschlossen werden, dass es in anderen Landesteilen unentdeckte Wildkatzenvorkommen gibt.

Der Blick auf die Vorkommen außerhalb Baden-Württembergs zeigt, dass Wildkatzen aus Frankreich, der Schweiz sowie aus den Bundesländern Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen nach Baden-Württemberg wandern.

 

Zum Wildkatzenmonitoring der FVA und zur aktuellen Verbreitung der Wildkatze in Baden-Württemberg

Verbreitung Wildkatze Baden-Wuerttemberg

Verbreitung der Wildkatze in Baden-Württemberg im Vergleich zu den Anrainerstaaten © Wildtierbericht 2018

Lebensraum

Auch als „Waldkatze“ bezeichnet, benötigt sie als wichtigsten Habitattyp den Wald. Strukturreiche Laub- und Mischwälder sind die bevorzugten Lebensräume von Wildkatzen, doch werden auch Nadelwälder besiedelt. Nach den Ergebnissen neuerer Studien und des Forschungsprojektes zur Wildkatze am Kaiserstuhl nutzen Wildkatzen auch strukturiertes Offenland als dauerhaften Lebensraum, wobei aber die weiblichen Wildkatzen stark waldgebunden bleiben. Wildkatzen bevorzugen strukturreiche Wälder mit Totholz, Reisig und Unterwuchs (z. B. Brombeere), mit vielen Vegetationsschichten, Naturverjüngungsflächen, Lichtungen, Waldwiesen und intakten Waldrändern. Dieses Mosaik aus dichten und lichten strukturreichen Waldbeständen fördert sowohl das Beuteangebot als auch die Vielzahl an Versteckmöglichkeiten. Bei ihren Streifzügen und Wanderungen in neue Gebiete orientieren sich Wildkatzen vorwiegend entlang linearer Strukturelemente in offeneren Lebensräumen. Bereits wenige hundert Meter strukturloses Offenland hindern vor allem weibliche Wildkatzen daran, diese zu queren und so neue Lebensräume zu besiedeln.

Zum Projektbericht "Die Wildkatze in den Rheinauen und am Kaiserstuhl"

Lebensraum Wildkatze

Strukturreiche Laub- und Mischwälder sind die bevorzugten Lebensräume der Wildkatze © FVA

Gefährdungen

Straßenmortalität

Als Hauptgefährdungsursachen für die Wildkatze gelten heute die hohe Mortalität durch den Straßenverkehr sowie der Verlust und die Verschlechterung geeigneter Lebensräume.

Der positive Ausbreitungstrend wird negativ beeinflusst von einer hohen Straßenmortalität, die sich in der Anzahl der Totfunde der letzten zehn Jahre widerspiegelt. Von 2006 bis 2017 wurden in Baden-Württemberg 47 tote Wildkatzen gefunden und untersucht. Die tatsächliche Zahl überfahrener Tiere ist vermutlich um ein Vielfaches höher. Vor allem Bundesstraßen und Autobahnen stellen ein erhöhtes Unfallrisiko dar, aber auch Landstraßen, die geeignete Lebensräume durchschneiden, können ein lokales Populationsrisiko darstellen.

Verlust des Lebensraums

Eine auf Strukturarmut ausgerichtete Waldbewirtschaftung, fehlende Alt- und Totholzstrukturen sowie ein dichtes Wegenetz verschlechtern die Lebensräume besonders. Daher spielt die Waldwirtschaft in allen Waldbesitzarten eine wichtige Rolle für den Erhalt und die Entwicklung einer stabilen Wildkatzenpopulation.

Hybridisierung

Etwa 10 % der Wildkatzen in Baden-Württemberg weisen Anzeichen von Hybridisierung oder Rückkreuzung auf. Die Wildkatzenpopulation ist dadurch nicht direkt durch eine Vermischung mit Hauskatzen gefährdet. Allerdings liegt der Anteil über dem deutschlandweiten Wert von 3,9 %. Ein erhöhter Anteil an Hybriden in einer Population wird häufig an Verbreitungsrändern und in dünn besiedelten Gebieten gefunden. In Baden-Württemberg werden Wildkatzen daher immer genetisch untersucht um den Anteil an Hybriden zu überprüfen.