- Mehr Informationen zum Baummarder-Monitoring der Forstlichen Versuchs-und Forschungsansalt Baden-Württemberg
- Der Baummarder aus dem Wildtierbericht 2024
Baummarder Martes martes
Produktoptionen
| Baummarder |
| Wald |
| Entwicklungsmanagement |
| Feld |
| Fleischfresser |
| Allesfresser |
Steckbrief
| Bestandssituation | günstig |
| Kopf-Rumpf-Länge | ♂: 48 cm - 53 cm, ♀: 39 cm - 45 cm (plus 21 cm - 28 cm Schwanzlänge) |
| Körpergewicht | ♂: 1,1 kg - 2,1 kg, ♀: 0,8 kg - 1,4 kg |
| Paarungszeit | Mitte Juni - Mitte August |
| Fortpflanzung | Männchen erkennt die Paarungsbereitschaft des Weibchens anhand von Duftsignalen, außerhalb der Paarungszeit reagieren Weibchen aggressiv auf die Annäherung von Männchen |
| Tragzeit | Tragzeit ca. 9 Monate bedingt durch die Keimruhe |
| Setzzeit | Ende März - Anfang Mai |
| Anzahl Junge | 2 - 5 |
| Lebensweise | Tagsüber an Ruheplätzen wie Vogelnestern, Eichhörnchenkobeln, Erdbauen oder auf Bäumen liegend anzutreffen. Hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv, können aber auch Aktivität am Tag zeigen. Nahrungssuche auf Bäumen zum Teil von Baum zu Baum springend oder am Boden. |
| Nahrung | Allesfresser |
| Managementstufe | Entwicklungsmanagement |
| Jagdzeit | 16. Oktober bis 15. Februar |
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Tierstimme
Verbreitung in Baden-Württemberg
Der Baummarder gilt in Baden-Württemberg als flächendeckend verbreitet. Bei der Reviererhebung von 2022 wurde der Baummarder in 86 Prozent der Gemeinden im Land nachgewiesen, siehe Abbildung aus dem Wildtierbericht 2024. Die Verbreitung ist seit 2006 annähernd flächendeckend stabil und zeigt nur in wenigen Gemeinden
Schwankungen, die vor allem auf Erfassungslücken zurückzuführen sind. Der Baummarder wurde in weniger als 1 Prozent der Gemeinden nicht nachgewiesen. Allerdings ist sein Vorkommen auf waldreiche Landschaften konzentriert, denn Baummarder meiden Offenland ohne Deckungsstrukturen weitgehend.
Baummarder Vorkommen Baden-Württemberg © Wildtierbericht 2024
Lebensraum
Der Baummarder ist überwiegend an den Wald gebunden, wird aber zunehmend in suboptimalen Lebensräumen wie stark isolierten Waldgebieten oder in Siedlungsnähe nachgewiesen. Hohlbäume sind essenzielle Requisiten für eine erfolgreiche Bestandsentwicklung, da Baummarderfähen vorwiegend große Baumhöhlen als Wurfplätze nutzen. Die naturnahe Waldwirtschaft, die Umsetzung des Alt- und Totholzkonzepts sowie der zunehmende Waldanteil sollten positive Effekte für den Baummarder haben. Allerdings wurde seine tatsächliche Lebensraumnutzung innerhalb Baden-Württembergs bislang nicht näher untersucht. Baummarder bevorzugen deckungsreiche Strukturen als Vernetzungselemente zwischen den Flächen. Die zunehmende Fragmentierung von Waldflächen durch anthropogene Infrastrukturen ist für den Baummarder problematisch, da der Verkehrstod seine häufigste Mortalitätsursache ist.
Gefährdungen
Die Entwicklung der Jagdstrecken in Baden-Württemberg zeigt, dass die Bejagung des Baummarders seit Jahren rückläufig ist und dass nur noch wenige Individuen erlegt werden. Für das Jagdjahr 2022/23 ergab die Strecke insgesamt 395 Stück, die kontinuierliche Abnahme der Abschüsse geht vor allem auf die abnehmende Intensität der Bejagung zurück, sie korrespondiert nicht mit der tatsächlichen Entwicklung der Baummarderbestände. Demgegenüber ist eine stetige Zunahme an Fallwild zu beobachten, siehe Abbildung aus dem Wildtierbericht 2024. Das Fallwild macht mittlerweile ein Drittel der gesamten Jagdstrecke des Baummarders aus und wird vor allem durch Verkehrsverluste verursacht.
Links
Quellen
LUBW (2014): FFH-Arten in Baden-Württemberg (Erhaltungszustand). Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg. Referat 25 - Arten- und Flächenschutz, Landschaftspflege, Karlsruhe
Herrmann, M. (2005): Baummarder Martes martes. In: Braun, M.; Dietherlen, F. (Hrsg.), Die Säugetiere Baden-Württembergs. 2: 704, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart
Lang, J.; Simon, O.; Hörig, A.; Jokisch, S. (2011): Sind Jagdstrecken eine geeignete Grundlage für das Monitoring der FFH-Arten Baummarder und Iltis? Beiträge zur Jagd- und Wildforschung, 36: 459 - 467
Tesini, C. (2015): Baummarder - wenig bekannt, aber doch weit verbreitet. Umwelt Aargau, 68: 37 - 42
Virgós, E.; Zalewski, A.; Rosalino, L. M.; Mergey, M. (2012): Habitat Ecology of Martes Species in Europe: a Review of the Evidence. In: Aubry, K.; Zielinski, W.; Raphael, M.; Proulx, G.; Buskirk, S. (Hrsg.), Biology and conservation of martens, sables, and fishers, A new synthesis, 255 - 266, Ithaca and London: Cornell University Press
Peerebooom, V.; Mergey, M.; Villerette, N.; Helder, R.; Gerard, J. F.; Lode, T. (2008): Movement patterns, habitat selection, and corridor use of a typical woodland-dweller species, the European pine marten (Martes martes), in fragmented landscape. Canadian Journal of Zoology, 86: 983 - 991
Stier, N. (2012): Zur Populationsökologie des Baummarders in Nordost-Deutschland, Wildtierforschung in Mecklenburg-Vorpommern.