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Waldschnepfe Scolopax rusticola

Waldschnepfe
Waldschnepfe Waldschnepfe

Produktoptionen

Waldschnepfe
Wald
Entwicklungsmanagement
Feld
Allesfresser

Steckbrief

Bestandssituationteilweise günstig
Körperlängeca. 34 cm
Körpergewicht∅ 300 g
ReproduktionszeitAnfang März - Juli
BalzAbendliche Balzflugphasen, kurz vor und nach dem Vollmond am intensivsten, Promiskuität wird angenommen bzw. sukzessive Polygynie.
Gelegegröße4 Eier
Brutdauer21 - 24 Tage
JungenaufzuchtBodenbrüter; Nest meist am Rande von Waldlichtungen, an Wegrändern; Nestflüchter, nach 30 Tagen flügge; Weibchen führt die Jungen ca. 5 - 6 Wochen; Zweitbrut möglich.
LebensweiseDämmerungs- und nachtaktiv; außerhalb der Balz auch in kleinen Trupps.
LebensraumIn feuchten, lockeren, ungestörten Laub- und Mischwäldern, von den Niederungen bis in die Höhen der Mittelgebirge, auch auf Wiesen und Weiden; Erreichbarkeit von Regenwürmern elementar für die Wahl des Einstandsgebietes.
NahrungNahrung wird mit dem langen Schnabel aus dem Laub oder im weichen Boden aufgespürt.
ManagementstufeEntwicklungsmanagement
Jagdzeit1. Oktober bis 31. Dezember

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Tierstimme Tierstimme

Tierstimme Waldschnepfe © xeno-canto.org / Mollet, Pierre / CC BY-NC-SA

Verbreitung in Baden-Württemberg

Hauptverbreitungsschwerpunkt der Waldschnepfe in Baden-Württemberg ist der Schwarzwald. Neben weiteren Kerngebieten, beispielsweise am Oberrhein, im Odenwald oder dem Schönbuch und Rammert ist die Waldschnepfe über die gesamte Landesfläche hinweg lückig verbreitet. Einige Gebiete wie die Schwäbische Alb und das Neckarbecken weisen größere Verbreitungslücken auf, während der Zugzeit kann die Art jedoch in ganz Baden-Württemberg festgestellt werden.

Die flächendeckende Erfassung in den Gemeinden im Jagdjahr 2014/15 zeigt, dass die Waldschnepfe als Zugvogel im Verlauf des Jahres in ganz Baden-Württemberg beobachtet werden kann (siehe Karte aus dem Wildtierbericht 2018). Während der Zugzeit, ab Oktober, ziehen die Individuen der nordöstlichen Brutpopulationen über Deutschland und Baden-Württemberg hinweg, um in ihre Überwinterungsgebiete in Frankreich und Spanien zu gelangen.

Die systematische Erfassung von Waldschnepfen ist methodisch äußerst schwierig und war bei vergangenen Erhebungen und Studien nahezu komplett auf die balzenden Männchen beschränkt. Zahlen zur Bestandsgröße sind daher mit großen Unsicherheiten behaftet; auf Grund der niedrigen Jagdstrecke kann auch diese nicht verwendet werden, um Rückschlüsse auf Bestandsgröße oder – entwicklungen zu ziehen. Der europäische Gesamtbestand wird von BirdLife International mit 6,9 bis 8,7 Millionen balzenden Männchen angegeben, der Weltbestand wird auf 15 Millionen Vögel geschätzt. In Baden-Württemberg ist die Art mit einem Brutbestand von 1.900 – 4.900 Tieren als mäßig häufig eingestuft. Die Entwicklung der Population kann als mehr oder weniger konstant angesehen werden, jedoch sind aktuelle Trends schwierig festzustellen, da von lokal gegenläufigen Entwicklungen auszugehen ist. Aus den Niederungsgebieten Baden-Württembergs, beispielsweise ist eine rückläufige Bestandsentwicklung belegt und auch in der angrenzenden Schweiz hat sich das Verbreitungsgebiet der Waldschnepfe drastisch verkleinert. So ist die Art dort aus dem Schweizer Mittelland und dem östlichen Jura komplett verschwunden.

Weitere Informationen zum Waldschnepfenmonitoring finden Sie hier.

Waldschnepfe Verbreitung Baden-Württemberg © Wildtierbericht 2018

Vorkommen der Waldschnepfe in den Gemeinden im Jagdjahr 2014/15 © Wildtierbericht 2018

Lebensraum

Aufgrund der schwierigen Erfassung ist über den eigentlichen Brutlebensraum dieser Art nur sehr wenig bekannt. Die Waldschnepfe stellt unter allen heimischen Watvögeln eine Ausnahme dar, da sie als einzige Limikole nicht an Wasserflächen und deren Uferbereiche, sondern an Waldgebiete gebunden ist. Sie ist abhängig von einer vielfältigen Waldstruktur und daher anfällig für Habitatänderungen in Richtung homogener Strukturen. Sie bevorzugt feuchte Waldstandorte,  auf denen sie ausreichend Nahrung in Form von Bodenlebewesen, hauptsächlich Regenwürmer, finden kann. Waldschnepfen brauchen strukturreiche Bestände mit Lichtungen und Waldinnenrändern, da sich hier das Balzgeschehen abspielt. Aber auch das Brutgeschäft und die Nahrungsaufnahme des bodenbrütenden Waldvogels finden an solchen Strukturen statt. Lichte Bestände mit ausgeprägter Krautschicht, idealerweise durchlässige Hochstaudenflure mit Zwergsträuchern oder Farnen, kommen ihrem Deckungsbedürfnis entgegen . Zu dichte Bodenvegetation wird aber gemieden. Waldnahe Weiden, Stoppeläcker und Anbauflächen mit Wintergetreide sind vor allem auf dem Zug wichtige Nahrungsgründe. Eine Grundlage, die Lebensraumeignung in Baden-Württemberg für die Waldschnepfe einzuschätzen, bietet das Lebensraummodell von Holderried et al auf dessen Grundlagen zukünftig ein zielgerichtetes Monitoring geplant ist.

Lebensraumpotential in Baden-Württemberg für die Waldschnepfe © Wildtierbericht 2018

Lebensraumpotential in Baden-Württemberg für die Waldschnepfe © Wildtierbericht 2018