- Das Mufflon - Auszug aus dem Wildtierbericht 2018
Mufflon Ovis ammon musimon
Produktoptionen
| günstig |
| Mufflon |
| Nutzungsmanagement |
| Wald |
| Feld |
| Pflanzenfresser |
Steckbrief
| Bestandssituation | günstig |
| Kopf-Rumpf-Länge | 110 cm - 130 cm |
| Schulterhöhe | 65 cm - 75 cm |
| Körpergewicht | 35 kg - 50 kg |
| Paarungszeit, Brunft | Oktober - Dezember, Brunftzeit kann erheblich variieren, bedingt durch Witterungseinflüsse oder populationsinterne Faktoren. Widder kämpfen um alleinigen Zugang zu den Schafen; heftige und lang andauernde Kämpfe sind möglich. |
| Tragzeit | 21 Wochen |
| Setzzeit | Anfang März - Anfang Mai |
| Anzahl Junge | 1, selten 2 |
| Lebensweise | Vor allem tagaktiv, Nachtaktivität möglich; ausgeprägt sozial lebend, Schafe leben in Rudeln mit Lämmern, Jungtieren und jungen Widdern (bis 3,5 Jahre), das Leitschaf führt das Rudel. Widder in Gruppen von 2 - 6 Stück, ältere Widder alleinstehend. Sehr standorttreu. |
| Nahrung | Rauhfutterfresser, insbesondere Gräser, hoher Wasserbedarf. Das Mufflon gehört zu den Wiederkäuern und kann schwer verdauliches und wenig gehaltvolles Raufutter wie Heu und Gras nutzen. |
| Managementstufe | Nutzungsmanagement |
| Jagdzeit | 1. Mai bis 31. Mai und 1. September bis 31. Januar (Widder); 1. September bis 31. Januar (Altschafe, Schmalschafe, Lämmer) |
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Tierstimme
Verbreitung in Baden-Württemberg
Steinzeitliche Siedler brachten das Muffelwild aus Kleinasien nach Europa. Die Festlandpopulationen wurden vermutlich schon in prähistorischer Zeit wieder ausgerottet. Die heutigen Vorkommen in Mitteleuropa gehen auf Bestände der Mittelmeerinseln Sardinien und Korsika zurück. Ein Großteil besteht aus Gattertieren, die im 19. Jahrhundert durch ungewollte oder gezielte Auswilderung in die freie Wildbahn gelangten.
In Baden-Württemberg gibt es fünf kleine Muffelwildvorkommen (siehe Abbildung aus dem Wildtierbericht 2018). Die Bestandsschätzungen im Jahr 2000 ergaben damals eine Population von 80 bis 90 Tieren. Die Bestandsangaben sind unsicher und machen eine Prognose über die Entwicklung der Vorkommen schwierig. Aufgrund der seit zehn Jahren kontinuierlich gestiegenen Abschüsse ist davon auszugehen, dass der Muffelwildbestand sich deutlich erhöht hat.
Mittlere jährliche Jagdstrecke der Jagdjahre 2014/15 - 2016/17 je 100 ha Jagdfläche © Wildtierbericht 2018
Lebensraum
Das Muffelwild lebt bevorzugt in Laub- und Mischwäldern mit Lichtungen und Wiesen in Hanglagen, möglichst mit steinigem Untergrund, aber auch im Flachland mit sandigem Boden. Felsiges Gelände ist wichtig, u. a. zur Schalenabnutzung und als Rückzugsraum vor Prädatoren. Sind diese Strukturen nicht vorhanden, so werden Muffelwildbestände sehr schnell von großen Beutegreifern (z.B. Wolf) dezimiert.
Links
Quellen
Ophoven, E. (2005): Mufflon Ovis aries musimon (Pallas, 1811). In: Braun, M.; Dieterlen, F.
(2005): Säugetiere Baden-Württembergs. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart.
Briedermann, L. (1993): Unser Muffelwild. Verlag Neumann-Neudamm, Melsungen.
Elliger, A.; Arnold, J.; Linderoth, P. (2017): Jagdbericht Baden-Württemberg 2016/2017. Berichte der Wildforschungsstelle Nr. 23, LAZBW, Aulendorf (Hrsg.)
Piegert, H.; Uloth, W. (2005): Der Europäische Mufflon. 2. Auflage, Verlag DSV Edition Natur life, Hamburg
Links
- Wölfe in Baden-Württemberg: https://www.fva-bw.de/wolf
- Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes: https://www.dbb-wolf.de/
Quellen
Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (2026): Der Wolf in Baden-Württemberg. https://www.fva-bw.de/wolf
Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, FVA-Wildtierinstitut (2025): Statusbericht 2023/2024. Wolfsmonitoring in Baden-Württemberg.
Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, FVA-Wildtierinstitut (2023): Mensch und Wolf. Wissenswertes zum Leben des Tieres in unserem Kulturraum.
Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (2025): Wildtierbericht 2024
Reinhardt, I., Kaczensky, P., Frank, J., Knauer, F. & Kluth, G. (2018): Konzept zum Umgang mit Wölfen, die sich Menschen gegenüber auffällig verhalten. Empfehlungen der DBBW. BfN-Skript 502, Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz.