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Luchs Lynx lynx

Luchs
Luchs Luchs

Produktoptionen

Luchs
Schutzmanagement
Wald
Feld
Fleischfresser
ungünstig

Steckbrief

Erhaltungszustandungünstig - schlecht
Kopf-Rumpf-Länge80 cm - 120 cm
Schulterhöhe50 cm- 80 cm
Körpergewicht16 kg - 30 kg
PaarungszeitFebruar - April
SetzzeitApril - Juni
Anzahl Junge1 - 4, i.d.R 2
LebensweiseÜberwiegend nachtaktiv, heimlicher Einzelgänger, sehr großer Raumbedarf (mittlere Reviergröße in der Schweiz ca. 100 km²).
NahrungReiner Fleischfresser, Nahrungsspektrum reicht von der Maus bis zum Rothirsch(kalb), Hauptbeute Reh.
ManagementstufeSchutzmanagement
Jagdzeitkeine

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Tierstimme Tierstimme

Ruf eines Luchses während der Ranzzeit

Ruf eines Luchses während der Ranzzeit © Nationalpark Harz

Verbreitung

Seitdem die FVA 2004 mit dem Luchsmonitoring beauftragt wurde, gab es 185 gesicherte Luchsnachweise (Telemetriedaten sind nicht berücksichtigt). Dabei konnten insgesamt neun verschiedene männliche Luchse in Baden-Würrtemberg identifiziert werden. Bei sieben Tieren konnte die Zuwanderung aus der Schweiz nachgewiesen werden. Diese Erkenntnis war nur in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung KORA möglich, die in der Schweiz für das Monitoring der Großraubtiere zuständig ist. Die individuellen Fleckenmusterungen und DNA-Analysen der Luchsindividuen wurden mit den Schweizer Daten abgeglichen, sodass die Herkunft der Luchse aus der Schweiz bestimmt werden konnte. 

Durch Mortalität und Zu- und Abwanderungsprozesse schwankt die Zahl der bekannten Individuen stark. Im Jahr 2016 identifizierte das Monitoring fünf verschiedene Luchskuder. Stand 2020 sind noch zwei Individuen bekannt. Da Luchse heimliche Tiere sind, ist es aber durchaus möglich, dass sich neue oder bereits bekannte Individuen in Baden-Württemberg aufhalten.

Die Karte zeigt das Verbreitungsgebiet des Eurasischen Luchses in Europa zwischen 2006 - 2011 und 2012 - 2016. Für Baden-Württemberg sind hier auch die Daten von telemetrierten Tieren berücksichtigt. Derzeit gibt es keine sich reproduzierende Luchspopulation in Baden-Württemberg. Da sich das Vorkommen im Schweizer Jura nach Osten ausdehnt, und es zunehmend gesicherte Nachweise grenznah in den Kantonen Basel Landschaft und Aargau gibt, ist die Zuwanderung einzelner Kuder über den Hochrhein weiterhin zu erwarten. Eine Zuwanderung von weiblichen Tieren konnte bisher nicht nachgewiesen werden, da deren Bereitschaft zur Querung von ungeeigneten Habitaten deutlich geringer ist, als die der Kuder.

Zum Luchsmonitoring der Forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt Baden-Württemberg

Luchsverbreitung Europa  © Wildtierbericht 2018

Luchsverbreitung Europa © Wildtierbericht 2018

Lebensraum

Der Lebensraum des Luchses besteht aus großen Waldgebieten, die ihm ausreichend Deckung bei der Jagd für die Jungenauzucht sowie ein ausreichendes Beutetierangebot bieten. Als Tageslager bevorzugt er felsreiche Gebiete oder Waldbereiche mit guten Rückzugsmöglichkeiten. Luchse sind Einzelgänger und haben sehr große Aktionsräume von mehreren hundert Quadratkilometern.

In Baden-Württemberg gelten laut Habitatmodellberechnungen ca. 10 % der Landesfläche als potentiell-geeigneter Lebensraum für den Luchs. Herdtfelder 2012 errechnete in seinem Modell eine Lebensraumverfügbarkeit von 3.600 km² und eine mögliche Individuenanzahl von circa 100 territorialen Tieren. Besonders die Naturräume Schwarzwald und Schwäbische Alb sind mit einer geeigneten Fläche von insgesamt 3.300 km² hervorzuheben. Die Verbindung zwischen den geeigneten Flächen im Schwarzwald und der Schwäbischen Alb beschränkt sich dabei auf zwei Korridore, die auch im Generalwildwegeplan enthalten sind. Der Schwäbisch-Fränkische Wald und der westliche und östliche Teil des baden-württembergischen Odenwaldes, bieten nur kleine zusammenhängende Gebiete. Die Flächen im Odenwald stehen jedoch in Kontakt mit Waldflächen in Hessen und Bayern. Potentielle Luchsvorkommen sind allesamt auf einen nationalen und internationalen Biotopverbund angewiesen, da sie für sich genommen zu wenigen Tieren Lebensraum bieten, um eine in sich geschlossene Population beherbergen zu können, die langfristig überlebensfähig ist.

 

 

 

Luchs Lebensraum  © Armin Hafner

Luchs Lebensraum © Armin Hafner

Sie haben einen Luchs gesehen?

Die Sichtung eines freilebenden Luchses ist ein sehr seltenes Ereignis. Trittsiegel im Schlamm oder Schnee, Kot oder Risse seiner Beutetiere können wichtige Informationen über die Ausbreitung und Lebensweise der Tiere liefern. Deshalb sollten Sie auch solche Hinweise auf den Luchs melden.

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